Die Stufe 2 der Wertstoffcontainer-Rückhol-Aktion geht dem Ende entgegen. Die blauen und gelben Tonnen sind nahezu vollständig an die Haushalte der 11 eingebundenen Stadtteile ausgeliefert. Im Verlaufe der nächsten drei Wochen werden die Containerplätze geräumt. Sie waren zu Dreckecken höchster Kategorie verkommen.

Magdeburg. Allein der Zustand des öffentlichen Containerplatzes an der Sudenburger Wuhne lieferte den haarsträubenden Beweis, dass es ohne Container nur besser werden kann. Seit deren Einführung 1992 ist bekannt, dass damit keine Müllablagen eingerichtet worden sind. Bis heute werden die Depots zur Abfallentsorgung auf Kosten der Gemeinschaft missbraucht – oft, aber nicht nur, von Auswärtigen.

Derartige Störfälle im Stadtbild sollen nunmehr in 11 weiteren südlichen und westlichen Stadtteilen vermieden werden. Zwischen Ottersleben, Sudenburg und Stadtfeld werden die Behälter für Papier und Verpackungen/Plaste im April ersatzlos abgezogen. Vermerkt ist das auf Aufklebern. Wer bis 31. Juli vorigen Jahres bestellt hat, bekommt dafür die gelbe und die blaue Tonne ans Haus (Eigenheime, Mietshäuser).

Hat das jemand verpasst und meldet sich erst jetzt, muss er ein paar Wochen darauf warten. "Die Behälter müssen erst bestellt werden", sagt Susanne Stern. Etwa drei Wochen werde es noch dauern, bis sämtliche vorgesehenen Stellplätze von Containern für Altpapier- und für Leichtverpackungen (grüner Punkt) geräumt sind.

Die Sachgebietsleiterin Abfallberatung im Abfallwirtschaftsbetrieb stellt klar: Mehr Sauberkeit sei ein wichtiger Nebeneffekt.

Die Stadt setzt seit ca. drei Jahren auf das haushaltsnahe Entsorgungssystem. Die bislang dazu parallel laufende Depot-Container-Entsorgung wird eingestellt. Damit sollen Entsorgungskosten eingespart werden . Das Pilotprojekt dazu lief 2008/2009 in Randau/Calenberge, Pechau, Beyendorf-Sohlen. 2010 war der Osten Magdeburgs als Phase 1 der Umstellung an der Reihe. Die 2. Stufe im Süden/Westen ist gerade in der Endphase. In der 3. Stufe sind 2012 weitere 11 Stadtteile wie Alt- und Neu-Olvenstedt, Altstadt und Kannenstieg an der Reihe. Wer dort die gelbe oder blaue Tonne haben möchte, muss dies bis zum 31. Juli schon dieses Jahres beim Abfallwirtschaftsbetrieb beantragen. Auslieferung: Januar bis März 2012.

Danach wird es Containerplätze in der bisherigen ausgedehnten Form in Magdeburg nicht mehr geben. Allerdings dämpft Susanne Stern ein wenig die Erwartungen: Die Sammelcontainer für Glas bleiben, gleichfalls die für Textilien. Sie sollen in der ersten Zeit gut kontrolliert werden. Um zu vermeiden, dass Anwohnern abends doch Müll vor die Nase gekippt wird. Das soll in Umstellungsgebieten aus "Gewohnheit" in der ersten Zeit so passiert sein.

"Inzwischen aber", so die Sachgebietsleiterin, "ist die Rechnung zur Sauberkeit aufgegangen." Die Hemmschwelle sei größer, man achtet mehr untereinander darauf, wer was ablädt, sagte sie nach gut zweijährigen Erfahrungen in den Umstellungsgebieten.

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