Ungenutzte Brachfläche zwischen Magdeburger Ring, Brenneckestraße und Braunlager Straße waren im Februar Sudenburger SPD-Mitgliedern ein Dorn im Auge. Um Entwicklungschancen aufzuzeigen, schlugen sie einen Ideenwettbewerb für das Gebiet vor. Die Stadtverwaltung hält den für überflüssig: die meisten Flächen seien privat und ein Wettbewerb ohnehin zu teuer.

Sudenburg/Lemsdorf/Leipziger Straße (jja). Der SPD-Ortsverein Sudenburg/Lemsdorf/Ottersleben verspricht sich von einem Ideenwettbewerb zur städtebaulichen Entwicklung des südlichen Sudenburgs eine Menge. Am 16. Februar hatte Ortsvereinsvorsitzender Jens Hitzeroth noch der Volksstimme gesagt: "Hier fehlt es an modernem Wohnraum, deshalb wollen wir einen Bebauungsplan erreichen, der auf Brachflächen an der Brenneckestraße, dem Walmbergsweg und der Salzmannstraße Wohnbebauung für junge Familien und Ansiedlung wissenschaftlicher Einrichtungen ermöglicht." Die Sozialdemokraten wollten das "ungenutzte bzw. ungeordnete Areal zwischen den drei gut entwickelten und aufstrebenden Stadtteilen Sudenburg, Lemsdorf und Leipziger Straße durch sinnvolle Nutzungen reaktivieren".

Doch aus Sicht der Stadtverwaltung ist ein solches städtebauliches Gesamtkonzept nicht nötig. In einer vom Baubeigeordneten Dieter Scheidemann unterschriebenen Stellungnahme (S0071/11) heißt es: "Für das betroffene Gelände gibt es keinen Regelungsbedarf." Begründet wird dies mit dem vorliegenden Flächennutzungsplan der Landeshauptstadt und einem existierenden Bebauungsplan zur Steuerung des Einzelhandels.

Ohnehin befänden sich die Grunndstücke "größtenteils in privatem Besitz". Der minimale städtische Besitz sei für eine Straßenverbindung in Verlängerung der Braunlager Straße zur Brenneckestraße reserviert.

Ohnehin gäbe es Nutzungsabsichten. So liege der Verwaltung eine Bauvoranfrage für die Errichtung einer Hundefreilauffläche auf dem Gelände zwischen der verlängerten Braunlager Straße und der Blankenburger Straße (vormals Gubelas) vor. Außerdem plane hier ein Investor aus den ehemaligen GUS-Staaten den Bau von Freizeiteinrichtungen, u.a. für den Boxport.

Das Gelände zwischen der Blankenburger Straße und dem Magdeburger Ring sei aus Sicht der Verwaltung ohnehin teilweise baulich genutzt. Scheidemann: "Derzeit bestehen ausreichende und städtebaulich abgestimmte Angebote zur Entwicklung der südlichen Sudenburg."

Dazu gehörten mehrere vorbereitende Bauleitpläne, die Flächennutzungsplanung (derzeit in Überarbeitung) sowie die Stadtteilentwicklungsplanung von 2003. Zudem, so Scheidemann, werde derzeit ein Grün- und Freiraumkonzept für die Landeshauptstadt erstellt, das u. a. Möglichkeiten für die Ausweisung dringend benötigter Grünflächen in Sudenburg aufzeigen werde.

Der Baubeigeordnete kündigt für das dritte Quartal 2011 ein Konzept für die Zentrumsachse "Halberstädter Straße" an. Die sich daraus ableitenden städtebaulichen Maßnahmen sollen innerhalb des Programms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" beantragt und mit Fördermitteln umgesetzt werden.

In Sudenburg seien, so Scheidemann, "fast flächendeckend Bebauungsplanungen vorhanden", u.a. für den Bereich Walmbergstraße/Brenneckestraße und "Brenneckestraße West".

Noch 2011 solle als letzter Abschnitt der Radweg vom Lemsdorfer Weg bis zur Wiener Straße realisiert werden. Für Scheidemann macht es daher "wenig Sinn, die vorhandenen städtebaulichen Leitbilder durch neue Leitbilder bzw. verbindliche Bauleitpläne zu ersetzen".

Stattdessen verweist der Baubeigeordnete auf die Erfolge in Sudenburg: "Seit 2002 werden aus dem Städtebauförderprogramm Stadtumbau Ost auch für Sudenburg Fördermittel beantragt. Neben dem Abriss von Wohnraum wurde bisher der Ambrosiusplatz neu gestaltet, die Waldorfschule saniert, die Trafostation auf dem Eiskellerplatz aufgewertet sowie der Spielplatz Wormser Platz umgestaltet."

Für eine Teilsanierung der KFJE "Thomas Müntzer" und den Abriss der ehemaligen Kaufhalle in der Ernst-Toller-Straße mit anschließender Aufwertung habe die Stadt Fördermittel beantragt. Scheidemann: "Aus diesen und aus Kostengründen rät die Verwaltung von der Durchführung des Ideenwettbewerbes ab."

Ob dies das letzte Wort ist, steht noch nicht fest. Denn der SPD-Antrag und die Stellungnahme der Verwaltung werden noch in diversen Ausschüssen diskutiert. Im Mai entscheidet der Stadtrat, ob der Vorschlag für einen Ideenwettbewerb nur eine fixe Idee war.