Köln - Peter Stöger wirkt erstaunlich ruhig in diesen Tagen. Und es ist auch ruhig bei seinem Arbeitgeber: Selten herrschte beim Fußball-Traditionsverein 1. FC Köln so viel Gelassenheit wie derzeit.

Eigentlich logisch, denn mit dem 47-Jährigen aus Wien und Manager Jörg Schmadtke sind die Rheinländer als Herbstmeister und Tabellenführer auf dem besten Weg zurück in die Erstklassigkeit. "Das ist unser Ziel. Aber wir arbeiten hier nicht nach dem Motto: Alles oder Nichts", sagte Stöger der Nachrichtenagentur dpa.

Mit der Bundesliga-Rückkehr befassen sie sich am Geißbockheim intensiv. In dieser Woche gingen Vorstand und Geschäftsführung in Klausur, um die sportlichen und wirtschaftlichen Überlegungen für die Spielzeit 2014/15 voranzutreiben - für die erste und die zweite Liga. Es gehöre zur Seriosität, dass man für zwei Klassen plane, ließ Schmadtke, der zusammen mit Stöger vor der aktuellen Spielzeit sein Amt beim Bundesliga-Premierenmeister antrat, unlängst wissen.

Die Fans sind bereits wieder dezent euphorisch - Stöger versucht, die Hoffnungen zu dämpfen, "auch wenn bei manchen offenbar die Erwartung herrscht, es sei schon alles klar". Die Liga sei sehr ausgeglichen, Fürth, Kaiserslautern, Aufsteiger Karlsruhe, Union Berlin und St. Pauli hätten gleichfalls Chancen, in die Beletage des deutschen Fußballs zu kommen. Für den FC sei es aber realistisch, am Ende vorn dabei zu sein, wenn sein Team das Niveau halten oder sogar verbessern könne. "Wenn wir das schaffen, spricht vieles dafür, dass wir aufsteigen."

Unmittelbaren Zwang, das schon diesmal zu schaffen, erkennt Stöger, der von Österreichs Meister Austria Wien nach Köln wechselte, nicht.Die Mehreinnahmen aus der Erstklassigkeit indes sprächen klar dafür, "dass wir uns Richtung erste Liga orientieren. Das ist unser Ziel." Doch Stöger denkt weiter voraus. Sollte er auch in fünf Jahren noch Trainer der Rheinländer sein, werde der 1. FC Köln "wohl um die Europapokalplätze mitspielen. Sonst hätten wir die Erwartungshaltung vermutlich nicht erfüllt."

Sich selbst will Stöger dabei nicht so wichtig nehmen. Er sieht sich als Zuarbeiter für das junge Team. Und stellt sich durchaus auf Krisen ein. Funktioniere es nicht mehr, "wird es eine Personalrochade auf dem Trainerposten geben. Aber es gibt Schlimmeres, als als Fußballtrainer vor die Tür gesetzt zu werden." Das müsse man im Zweifel zur Kenntnis nehmen. Die Mechanismen des Geschäfts seien überall gleich.

In Köln jedoch, wo der FC seit 2000 insgesamt 13 Trainer verschliss, ist der Druck ungleich größer. "Bei 50 000 Zuschauern und 60 000 Mitgliedern ist die Wahrnehmung natürlich intensiver. Weil dieser Verein sehr viele Menschen interessiert - und damit auch viele Medien." Das aber wolle man als Trainer und Profi doch auch. Stöger: "Ich hätte mir auch ein ruhigeres Trainerleben aussuchen können, aber das würde längst nicht so viel Spaß machen."