Magdeburg - CDU-Fraktionschef André Schröder hat sich von einem umstrittenen Verein distanziert, in dem Homosexualität laut Medienberichten als Krankheit bewertet wird. "Der Verein muss seine Position zunächst intern klären, bevor ich ihn unterstützen kann", erklärte Schröder am Mittwoch in einer Mitteilung in Magdeburg.

Schröder räumte ein, er habe sich zunächst bereiterklärt, im Kuratorium der Gesellschaft für Lebensorientierung mitzuwirken. Er habe aber bislang nie an einer Kuratoriumssitzung teilgenommen und sei auch kein Mitglied des Vereins. "Homosexualität ist keine Krankheit", bekräftigte Schröder vor Journalisten.

Die Linksfraktion beantragte für Freitag eine aktuelle Debatte über den Verein im Landtag. Die Gesellschaft dürfe künftig keine öffentlichen Mittel mehr erhalten, forderte Fraktionschef Wulf Gallert. SPD-Chefin Katrin Budde sagte: "Das ist völliger Unsinn, was da propagiert wird." Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert sagte: "Ich halte das für untragbar."

Die Gesellschaft für Lebensorientierung (Leo e.V.) ist nach eigener Darstellung auf ihrer Homepage eine interkonfessionelle christliche Selbsthilfegemeinschaft. Ziele seien die Förderung von Ehe, Familie und Jugend. Das Magazin "Fakt" des Mitteldeutschen Rundfunks hatte am Dienstag berichtet, die Gesellschaft biete Seminare an, in denen Homosexualität als psychische Krankheit bezeichnet werde.