Barcelona - Ein Aussetzer mit Folgen: Der FC Barcelona hat gegen den FC Valencia einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand gegeben und erstmals seit fast zwei Jahren ein Punktspiel im heimischen Camp-Nou-Stadion verloren.

Beim spanischen Fußballmeister herrschte nach der völlig unerwarteten 2:3-Schlappe Sprachlosigkeit. "Ich finde dafür keine Erklärung", räumte Trainer Gerardo Martino ratlos ein. Zuletzt hatte Barça im April 2012 beim 1:2 gegen Real Madrid in der Primera División eine Heimniederlage erlitten.

"Für uns beginnt jetzt eine völlig neue Liga", meinte der Coach, aber: "An unseren Titelchancen hat sich nichts geändert." Nach dem Patzer können die Katalanen erstmals nach 59 Spieltagen die Tabellenführung in der Primera División verlieren, die sie zum Auftakt der vorigen Saison erobert und seither nicht mehr abgegeben hatten.

Die Heimpleite überraschte das Starensemble wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der FC Valencia hat nämlich nichts mehr mit dem Team zu tun, das zweimal das Finale der Champions League erreichte. Die vom früheren Barça-Stürmer Juan Antonio Pizzi trainierte Elf ist alles andere als ein Spitzenteam und schien im Camp-Nou-Stadion am Samstag auf ein Debakel zuzusteuern. Alexis Sánchez brachte Barça schon in der 6. Minute in Führung. Lionel Messi & Co ließen den Ball zirkulieren und spielten weitere Torchancen heraus.

"Die Saison geht nun in eine Phase, in der es kaum noch Spielraum für Fehler gibt", hatte Martino seine Elf vor dem Spiel gewarnt. Aber dem Meister unterlief dann plötzlich nicht nur ein Fehler, sondern gleich eine ganze Serie. Valencias Daniel Parejo (43.) nutze eine Nachlässigkeit in der Barça-Abwehr zum Ausgleich. Pablo Piatti (47.), mit 1,63 Meter der kleinste Spieler der Liga, gewann ein Kopfballduell gegen Dani Alves und erzielte das 2:1 für Valencia.

Beim dritten Treffer der Gäste konnte Sofiane Feghouli gleich vier Abwehrspieler stehenlassen und Paco Alcácer (59.) die Vorlage zum Siegtreffer geben. Für Barça hatte Messi (54.) zwischenzeitlich per Handelfmeter ausgeglichen. Für den Argentinier ging damit in der Liga eine Durststrecke von mehr als vier Monaten ohne Torerfolg zu Ende.

Schlimmer als das 2:3 war für die Fans das klägliche Bild, das der FC Barcelona in der zweiten Halbzeit abgab. Die Mannschaft, die das Spiel 30 Minuten lang nach Belieben dominiert hatte, wirkte plötzlich völlig verunsichert. Selbst Messi schien nicht mehr zu wissen, ob er nun als Sturmspitze, Außenstürmer oder Spielmacher agieren sollte.