Magdeburg - Nach dem Rückgang durch das Hochwasser peilt Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) neue Rekorde im Tourismus an. Er hoffe, dass die Übernachtungszahlen bereits im laufenden Jahr den Rekordwert aus dem Jahr 2012 übertreffen, sagte Möllring am Dienstag vor Beginn der Berliner Tourismusmesse ITB in Magdeburg. Bis 2020 solle die Übernachtungszahl auf rund acht Millionen steigen. "Wir brauchen dafür jedes Jahr ein Rekordjahr", sagte Möllring.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Übernachtungen wegen des kalten Frühjahrs und des Hochwassers um drei Prozent auf 7,1 Millionen gesunken. "2013 war ein schwieriges Jahr", sagte Möllring. Man habe aber die Weichen auf Wachstum gestellt. In den Vorjahren sei die Übernachtungszahl kontinuierlich um rund drei Prozent im Jahr gestiegen, sagte der Chef des Statistischen Landesamtes, Manfred Scherschinsky.

Möllring präsentierte den Ausblick am Vortag des Starts der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin. Dort will auch Sachsen-Anhalt als Kernland deutscher Geschichte um Reisende werben. Themen sind etwa das Gartenreich in Wörlitz, das Bauhaus in Dessau, die Lutherdekade oder das Unesco-Welterbe in Quedlinburg. Auch die Bundesgartenschau in der Havel-Region 2015 steht im Zentrum. Mehr als 35 Aussteller aus Sachsen-Anhalt sind in Berlin mit von der Partie. Die ITB beginnt am Mittwoch und geht bis Sonntag (9. März).

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Olaf Meister, sagte, das Tourismuskonzept des Landes sei widersprüchlich. Einerseits wolle man mit Kultur werben, dann aber die Kulturausgaben senken. "Wo weniger Kulturausgaben fließen, werden auch keine Tourismuszahlen steigen", sagte Meister.

Probleme hat Sachsen-Anhalt nach den Worten von Möllring noch mit einem ausreichenden Angebot an 5-Sterne-Hotels, etwa in der Weingegend an Saale und Unstrut. Aber auch Fahrradreisende würden eine komfortable Unterkunft schätzen.

Unterdurchschnittlich ist auch der Anteil von Ausländern unter den Touristen. Die größte Gruppe machen der Statistik zufolge mit rund 80 000 Übernachtungen die Niederländer aus. An der zweiten Stelle steht Polen mit 53 000 Übernachtungen. Dabei muss laut Scherschinsky allerdings berücksichtigt werden, dass schätzungsweise die Hälfte der Übernachtungen von Polen auf Menschen entfällt, die zur Arbeit und nicht für den Urlaub nach Sachsen-Anhalt gekommen sind. Sogenannte Geschäftsreisen sind üblicherweise in den Tourismuszahlen enthalten.