Magdeburg - In Sachsen-Anhalt sind inzwischen fünf Wolfsrudel heimisch geworden. Das geht aus dem Monitoringbericht 2012/2013 des Landesamts für Umweltschutz hervor. Angesichts der weiter steigenden Zahl der Tiere unterzeichnete der Landesjagdverband am Donnerstag einen Kooperationsvereinbarung mit dem Land. Demnach soll der Verband bei der Beobachtung und Dokumentation von Wölfen im Land helfen. "Die Jägerschaft ist bereit, willig und in der Lage, die fortschreitende Verbreitung des Wolfs in unserem Land zu dokumentieren", sagte der Präsident des Jagdverbands, Hans-Heinrich Jordan.

Das erste Wolfspaar hatte sich 2008 in der Altengrabower Heide angesiedelt. Weitere Wolfsrudel gibt es unter anderem in der Colbitz-Letzlinger Heide und in der Annaburger Heide. In sechs Gebieten im Land erfolgte ein Monitoring. Dabei kam heraus, dass die Wolfsrudel bereits Welpen geworfen haben. "Die Tendenz wird wahrscheinlich weiter ansteigend sein", erklärte Martin Trost vom Landesamt für Umweltschutz.

Deutschlandweit gibt es 26 Wolfsrudel. Das größte Ballungsgebiet der Wölfe ist die Lausitz. Ein weiteres könnte in Sachsen-Anhalt im Fläming entstehen. Deshalb wird an dem Monitoring der Raubtiere weiter festgehalten. Der Wolf steht in Deutschland unter strengem Schutz.

Es freuen sich aber nicht alle über seine Rückkehr. Rinderhalter und Schäfer etwa bangen um ihre Tiere. "Es geht beim Wolfsmanagement nicht vorrangig um den Wolf, sondern um die Menschen, die davon betroffen sind", erklärte Mark Nitze von der Technischen Universität Dresden aus dem Bereich Forstzoologie.

Tierhalter können bei Schädigung durch einen Wolf finanzielle Hilfen vom Land bekommen. Bisher sei elf Antragstellern Geld gewährt worden, teilte Landwirtschafts- und Umweltminister Hermann Onko Aeikens mit. "Es ist ein Kompliment für die Intaktheit unserer Natur und so sollten wir es auch werten", sagte der Minister zum Wolfsbestand. Trotzdem wolle er die Ängste und Bedenken gegenüber dem Wolf ernst nehmen.