Jerusalem - Israels Staatspräsident Schimon Peres und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) haben sich bei einem Treffen in Jerusalem über mögliche Lösungen für den Nahostkonflikt ausgetauscht. Peres habe dabei auf die Erfahrungen der Deutschen verwiesen, die nach dem Ende des Kalten Krieges den einstigen Ost-West-Konflikt überwunden hätten, sagte Haseloff am Donnerstag nach dem Treffen, das größtenteils ohne Presse stattfand.

Der Friedensnobelpreisträger Peres habe sich zugleich optimistisch gezeigt, dass eine Zwei-Staaten-Lösung zur Beendigung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern trotz der jüngsten Rückschläge weiterhin möglich sei. Peres setze dabei auf die junge Generation auf beiden Seiten, sagte Haseloff.

Haseloff überreichte Peres als Gastgeschenk eine Nachbildung der rund 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra. Die Scheibe, die als älteste konkrete Himmelsdarstellung gilt, habe Peres noch nicht gekannt, sagte Haseloff. Er habe sich mit dem 90-Jährigen zudem über Wissenschaft, Innovation und auch Hirnforschung unterhalten. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel, der ebenfalls am Gespräch teilnahm, sagte über Peres: "Das ist eine beeindruckende Persönlichkeit."

Zum Auftakt des Treffens im Präsidentenpalast in Jerusalem lobte Peres die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. "Wir sind Freunde", sagte Peres. Die Beziehungen beider Länder seien auf einem Höhepunkt. Es gebe eine Reihe von politischen Themen, bei denen die deutsche Unterstützung eine Schlüsselrolle spiele.

Am Donnerstagnachmittag legte Haseloff einen Kranz am Grab des israelischen Staatsgründers David Ben Gurion in der Negev-Wüste nieder. Zudem besuchte er dort eine Universität, die sich unter anderem mit der Entwicklung der Solarenergie beschäftigt, die auch in Sachsen-Anhalt durch Unternehmen wie Q-Cells zu den großen Hoffnungsträgern zählt. Haseloff warb dabei um eine engere Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen in beiden Ländern.

Haseloff war am Mittwoch zu seinem knapp einwöchigen Besuch in Israel eingetroffen. Am Freitag will Haseloff die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen.