Erfurt - Parteichef Bernd Riexinger sieht Chancen, dass die Linke in Thüringen nach der Landtagswahl im September erstmals den Regierungschef in einem Bundesland stellt. "Es wäre ein Signal, wenn die SPD erstmals einen Ministerpräsidenten der Linken wählen würde. Damit hätte die Linke wirklich einen Sprung gemacht", sagte Riexinger am Samstag auf einer Delegiertenversammlung der Thüringer Linken in Erfurt. Zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl soll Landtagsfraktionschef Bodo Ramelow gewählt werden.

Der 58-Jährige soll für die Linke die Staatskanzlei von der CDU erobern, die seit 24 Jahren den Ministerpräsidenten in Thüringen stellt. Bereits 2009 hatte Ramelow die Partei in den Wahlkampf geführt und mit 27,4 Prozent zur zweitstärksten Fraktion nach der CDU im Landtag gemacht. "Wir stellen heute unser Personal für den politischen Wechsel auf", sagte die Landesvorsitzende Susanne Hennig.

Nach Umfragen kommt die Linke derzeit auf 28 Prozent in Thüringen und hätte zusammen mit SPD und Grünen eine Mehrheit von 51 Prozent. An der Bereitschaft der Grünen zu einem rot-rot-grünen Bündnis meldete Riexinger Zweifel an. "Die Grünen wandern bundesweit eher zu den Schwarzen."