Oschersleben l Dominik Baumann ließ sich vom schweren Unfall nicht irritieren, Claudia Hürtgen zog routiniert ihr Rennen durch: Das Fahrerduo im BMW Z4 und aus dem Pixum-Team Schubert hat am Sonntag beim zweiten Lauf zum Saisonauftakt im ADAC GT Masters einen dritten Platz eingefahren. Nach dem sechsten Rang am Vortag in der "etropolis Motorsport Arena" gehen Hürtgen/Baumann am 10./11. Mai in Zandvoort (Niederlande) mit insgesamt 23 Meisterschaftspunkten ins nächste Rennen. "Wir wollten zweimal gut punkten, das Ziel haben wir erreicht", erklärte der 21-jährige Baumann am Sonntag eine halbe Stunde nach der Zieldurchfahrt vor 15 000 Zuschauern.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Gesichtszüge aller Protagonisten wieder entspannt. Der zweite Lauf war nur 14 Sekunden nach Freigabe des Rennens von einem Horrorunfall unterbrochen worden. Sechs Boliden kollidierten noch vor der ersten Kurve miteinander. Darunter auch der zweite Schubert-BMW mit Jens Klingmann am Steuer. "Von links kam ein Audi, der hat mich gleich mitgenommen, da war nichts mehr machbar", berichtete der 23-Jährige, der mit Rückenschmerzen davongekommen ist. "Es war für uns ein schwieriges Wochenende", so Klingmann. Bereits am Sonnabend hatte ihn und Teamkollege Max Sandritter eine gebrochene Felge im linken Vorderrad weit auf Platz 20 zurückgeworfen.

Lebensgefährlich verletzt wurde beim Crash am Sonntag zum Glück niemand. Am schlimmsten erwischte es Nicki Thiim im Audi R8 von Prosperia Abt Racing, der erst frontal gegen die Betonwand fuhr und sich dann mehrfach überschlug. Thiem klagte über Hüftschmerzen und wurde in die Uniklinik Magdeburg zur Beobachtung gebracht. "Er ist aber wohlauf", teilte sein Team mit.

Dessen Chef Christian Abt verzichtete derweil auf Schuldzuweisungen: "Das war eine Kettenreaktion aus unglücklichen Umständen", erklärte Abt, dessen zweites Audi-Duo mit Kevin van der Linde und René Rast noch für Jubel sorgte: Die Piloten fuhren nach dem Neustart zum Sieg und haben nach Rang zwei am Vortag auch die Führung (43 Punkte) in der Meisterschaft übernommen. Den ersten Lauf am Sonnabend hatten Maximilian Buhk und Maximilian Götz im Mercedes SLS (H.T.P. Motorsport) für sich entschieden.

Torsten Schubert, der Chef des Oschersleber Pixum-Teams, zog trotz des Totalschadens eines Z4 ein positives Resümee zum Saisonstart: "Es gibt andere Strecken, die unserem Auto besser liegen. Dafür sind die 23 Punkte für uns sehr gut. Wichtig ist aber, dass alle Piloten keine körperlichen Schäden erlitten haben. Und Blech kann man wieder reparieren."