Rostock - Die Randale von gewaltbereiten Chaoten sind Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock erneut teuer zu stehen gekommen. Nach den Vorkommnissen beim Heimspiel am vergangenen Samstag gegen RasenBallsport Leipzig muss der Traditionsclub erneut 20 000 Euro Geldstrafe zahlen, wie das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag entschied. Rostock akzeptierte die Entscheidung, die somit rechtskräftig ist. Zudem muss Rostock sein letztes Saisonheimspiel am 10. Mai gegen den SV Wehen Wiesbaden unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Die Blöcke 21 bis 27 A der Südtribüne müssen geschlossen bleiben, das hatte Hansa am Freitagvormittag selbst schon beschlossen.

Der FC Hansa hat zudem die Berufung gegen das Sportgerichts-Urteil vom 17. April zurückgezogen. Das Gremium hatte den einstigen Erstligisten wegen zwölf Fällen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger auch zu einer Geldstrafe in Höhe von 20 000 Euro verurteilt.

Der Club hat den Gewaltbereiten unter seinen Anhängern erneut den Kampf angesagt. Ein sieben Punkte umfassender Maßnahmenkatalog soll mithelfen, schwere Ausschreitungen wie gegen Leipzig künftig zu verhindern. "Ich bin immer noch tief betroffen und erschüttert. Wir werden in Zusammenarbeit mit der Polizei alles tun, um die Täter zu identifizieren und sie einer gerechten Strafe zukommen zu lassen", sagte Hansas Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann am Freitag.

Die Identifizierung der Verursacher der jüngsten Krawalle laufe auf Hochtouren, berichtete der für Prävention und Stadionmanagement zuständige Vorstand Rainer Friedrich. Etwa 20 bis 30 zum Teil vermummte Chaoten hatten sich am vergangenen Samstag gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei und Ordnern geliefert. Dabei gab es rund 30 Verletzte. "Wir werden die Täter mit Stadionverboten bis zum möglichen Höchstmaß von drei Jahren belegen und auch zivilrechtlich gegen sie vorgehen, wenn strafrechtliche Urteile vorliegen", kündigte Dahlmann an.

Erste sichtbare Maßnahme des Katalogs ist die Sperrung der Südtribüne, aus deren Zuschauern sich die gewaltbereite Szene rekrutiert, für das letzte Saisonheimspiel gegen Wehen Wiesbaden. Die Preise für die Eintrittskarten werden in den drei ersten Heimspielen der nächsten Saison um jeweils fünf Euro erhöht. Hansa prüft die Option, Karten für die Südtribüne künftig personalisiert zu verkaufen.

Mehr Ordner in dem Bereich sollen für mehr Kontrolle und Sicherheit sorgen. Zudem hat Hansa der aktiven Fanszene Rostock e.V. untersagt, andere Fan-Utensilien als die in der Stadionordnung zugelassenen, mit in die DKB-Arena zu bringen. Das betrifft unter anderem Megaphone und Schwenkfahnen. "Der Fanszene sind bis auf Widerruf keine Choreographien erlaubt. Sämtliche Arbeitskarten werden eingezogen", erläuterte Friedrich.

"Wir haben den Vertretern der Fanszene unsere Entscheidungen mitgeteilt. Diejenigen, mit denen ich gesprochen habe, haben das eingesehen. Wir werden sehen, wie ernst sie das am Ende nehmen", sagte Vorstandschef Dahlmann.

Die Fanszene Rostock e.V. hat sich beim Verein für die neuerlichen Ausschreitungen entschuldigt. Sie werde die Maßnahmen "vorbehaltlos akzeptieren und mittragen", heißt es in einer Mitteilung. Der entstandene Schaden auf der Tribüne will die Fan-Gruppierung nach eigenen Angaben vollständig regulieren.