Regensburg - Protestanten und Katholiken sind sich noch nicht einig, wie sie gemeinsam 500 Jahre Reformation 2017 feiern können. "Ich glaube nicht, dass wir die Spaltung feiern wollen", sagte der Magdeburger Bischof Gerhard Feige am Donnerstag beim Katholikentag in Regensburg. Die Reformationsfeiern früherer Jahrhunderte seien stets antikatholisch oder deutschnational gewesen, betonte der Leiter der Ökumene-Kommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. "Es gibt noch Mythen und Klischees in Hülle und Fülle."

Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, lud die Katholiken ein, das Jubiläum 2017 mitzufeiern: "Da wollen wir gar nicht allein bleiben." Ob auch Papst Franziskus teilnehmen werde, sei noch unklar. "So, wie sich Ihr Papst verhält, kann ich mir glatt vorstellen, dass er\'s tut", sagte sie bei einer Diskussionsrunde zu Feige.

Als EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum schlug Käßmann vor, dass der EKD-Rat und die Bischofskonferenz 2017 gemeinsam auf Pilgerschaft gehen. Es sei auch schon viel gewonnen, wenn nach 2017 alle wüssten: "Der 31. Oktober ist Reformationstag - und nicht etwa Halloween."

Am 31. Oktober 1517 hatte der Reformator Martin Luther in Wittenberg mit 95 Thesen gegen die Kirchenmacht rebelliert und damit die Spaltung der evangelischen von der katholischen Kirche eingeleitet.