Den Haag - Deutschlands erfolgsverwöhnte Hockey-Herren haben bei der Weltmeisterschaft in den Niederlanden einen Rückschlag hinnehmen müssen. Der Olympiasieger von Trainer Markus Weise unterlag in Den Haag Panamerika-Meister Argentinien mit 0:1 (0:1).

Den Treffer erzielte Manuel Brunet in der 31. Minute. "Wir haben keine gute Leistung gebracht. Jetzt müssen wir wahrscheinlich alle Spiele gewinnen", meinte Martin Häner. "Wir haben heute verdient verloren", resümierte sein Coach, der schon vor der Halbzeit kopfschüttelnd vor seiner Bank gestanden hatte.

Seine Mannschaft saß auch zehn Minuten nach dem Abpfiff noch niedergeschlagen auf dem Boden. Die Führung in der Gruppe B bei der WM in Den Haag ist futsch. Die souverän agierenden Neuseeländer zogen mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel (5:0 gegen Südafrika) am Europameister vorbei. Nur die ersten beiden Teams der Sechsergruppe erreichen das Halbfinale. Für Weise und seine Mannschaft kommt es nun am Freitag zu einem möglicherweise vorentscheidenden Match: Gegner ist dann Gastgeber Holland. "Ich hoffe, dass wir am Freitag eine andere Mannschaft sehen. Alles kann passieren, es gibt keine Mannschaft, die nur gute Spiele macht", meinte Weise.

Schon beim 4:0 gegen die Südafrikaner hatte Deutschland trotz des klaren Ergebnisses keine überzeugende Leistung geboten. Gegen die unbequemen Argentinier fand die Mannschaft im zweiten WM-Match kein Torrezept. "Ich glaube, wir hätten heute auch noch zwei Stunden spielen können", kommentierte Häner die mangelnde Ausbeute.

Wirklich gefährlich tauchte der Vizeweltmeister kaum vor dem Tor von Juan Manuel Vivaldi auf. Und wenn, war der argentinische Keeper auf dem Posten wie beim Versuch von Christopher Rühr noch vor dem Gegentreffer in der ersten Halbzeit. "Wir waren gefühlt 80 Prozent in deren Hälfte", meinte Häner.

Sechs Schüsse zeigte die Statistik für das deutsche Teams, zwei davon gingen aufs Tor. Die Argentinier, die zum Auftakt 1:3 gegen die Niederlande verloren hatten, waren effizienter: Zwei Schüsse aufs Tor, einer davon war drin. Deutschlands Torwart Nicolas Jacobi hatte die kurze Ecke aufgemacht, Brunet nutzte das mit einem herrlichen Treffer praktisch von der Torauslinie von der linken Seite. Die etwa 20 argentinischen Fans machten ordentlich Stimmung. Den Dämpfer kassierte die deutsche Mannschaft. "Wir haben viel investiert, aber der Aufbau war schrecklich", betonte Weise.