Magdeburg - Zehn Tage lang war im August 2012 ein mehrfach verurteilter Schwerverbrecher auf der Flucht: Wie der Mann bei einem bewachten Besuch seines Sohnes in Aschersleben entkommen konnte, will jetzt die Justiz klären. Wegen Gefangenenbefreiung müssen sich vom kommenden Freitag an seine ehemalige Partnerin sowie ein 45-jähriger Mann verantworten, wie das Landgericht Magdeburg am Freitag mitteilte. Beide sollen dem damals 36-Jährigen bei der Flucht geholfen haben, als er seinen sechs Jahre alten Sohn zum Geburtstag besuchte. Der Gewaltverbrecher, der damals die ihn begleitenden Justizvollzugsbeamten eingesperrt haben soll, ist wegen Freiheitsberaubung angeklagt.

Der Prozess des Amtsgerichts Aschersleben findet aus Sicherheitsgründen am Landgericht in Magdeburg statt. Acht Zeugen sollen gehört werden. Zunächst sind drei Verhandlungstage bis zum 4. Juli angesetzt. Justizministerin Angela Kolb (SPD) hatte nach dem Vorfall Konsequenzen gezogen, unter anderem sollten Justizmitarbeiter besser geschult werden und Häftlinge immer von Beamten begleitet werden, die sie auch kennen.