Nordhausen - Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Thüringen beharrt auf einem Schutz der einzigartigen Gipskarstlandschaft im Südharz. Die Initiative für ein Unesco-Biosphärenreservat müsse nach der Landtagswahl im September ohne Verzögerungen in Angriff genommen werden, forderte der BUND am Samstag. Die von Raubbau bedrohte Natur brauche schnellstmöglich eine nachhaltige Perspektive. Der BUND setzt sich seit der Wende für ein Ende des Gipsabbaus ein.

Der Gipskarst bietet zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Rückzugsmöglichkeiten. Die vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus hat dort das bedeutendste Überwinterungsquartier Deutschlands. Auch Wildkatze, Feuersalamander und zahlreiche Orchideenarten sind noch zu finden. Statt die Landschaft abzubaggern, könne ein umfassendes Biosphärenreservat Südharz, das die drei Länder, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen umfasst, der Region langfristige Entwicklungschancen sichern, hieß es.