Zürich - FIFA-Präsident Joseph Blatter hält Geisterspiele als Strafe für Zuschauerausschreitungen im Fußball für "ein höchst fragwürdiges Instrument".

Diese Ansicht vertrat der 78-jährige Chef des Weltverbandes in einem Beitrag für die neueste Ausgabe des Magazins "FIFA Weekly". "Sie stellen eine unverhältnismäßige Kollektivbestrafung dar. Schließlich werden auch die Fans jener Mannschaften ausgesperrt, die unschuldig sind. Letztlich sind Geisterspiele eine Strafe gegen den Fußball, die weit übers Ziel hinausschießt", erklärte der Schweizer, der ein Fußballspiel ohne Zuschauer mit einer "Stadtrundfahrt mit der U-Bahn" verglich.

Gleichwohl betonte Blatter, dass es für die FIFA die "höchste Priorität" habe, bei Publikumsausschreitungen mit Konsequenz durchzugreifen und harte Strafen zu verhängen. Er verwies auf den vom FIFA-Kongress auf Mauritius verabschiedeten Strafenkatalog, der eine Verwarnung oder Buße und im Wiederholungsfall Punktabzüge oder den Ausschluss aus dem Wettbewerb vorsieht.