Köln - Noch Vergnügen oder schon Sucht? Wer regelmäßig Glücksspiele spielt, kann im Internet prüfen, ob sein Spielverhalten noch in Ordnung oder schon riskant ist.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet mit Unterstützung der Gesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) auf der Seite
www.check-dein-spiel.de einen Selbsttest zur Glücksspielsucht an. Kommt der Nutzer zum Ergebnis, dass er ein gefährliches Verhalten an den Tag legt, das vielleicht sogar in Richtung Sucht geht, findet er zum einen online auf
www.spielen-mit-verantwortung.de weitere Informationen.


Zum anderen hat er die Möglichkeit, sich unter der kostenfreien Servicenummer 0800/137 27 00 bei der BZgA über Glücksspielsucht aufklären zu lassen. Dort erhält der Betroffene auch Hinweise, wo er sich vor Ort beraten lassen oder was er in seiner konkreten Situation tun kann. Die BZgA bietet außerdem online eine Suche nach Suchtberatungsstellen vor Ort an. Auch Selbsthilfegruppen können ein Anlaufpunkt sein.

Wer lieber anonym und von zu Hause aus sein riskantes oder suchtartiges Spielverhalten in den Griff bekommen möchte, kann sich für das kostenlose
Online-Ausstiegsprogramm von "Check dein Spiel" anmelden. Es dauert vier Wochen, kann aber verlängert werden und beinhaltet ein weiteres Gespräch drei Monate nach Abschluss des Programms. In schwereren Fällen haben Betroffene darüber hinaus die Möglichkeit, Kontakt zu einem Therapeuten oder einer Suchtklinik aufzunehmen. Auch dabei können Suchtberatungsstellen behilflich sein.

Was bedeutet Spielsucht?
Dabei geht es um Kontrollverlust. Ein Spieler schafft es nicht mehr, sich gegen ein Glücksspiel zu entscheiden - er braucht den Kick. Spielsüchtige erfinden oft Lügen und Ausreden, um zu verbergen, dass sie ihr Einkommen "verzocken". Viele häufen einen Schuldenberg auf. Sie sind häufig auch nicht mehr in der Lage, Freundschaften und Beziehungen aufrecht zu erhalten. Die Selbstmordrate unter langjährigen Spielsüchtigen ist nach Angaben von Beratungsstellen hoch. Pathologisches Glücksspiel ist in Deutschland seit 2001 als eigenständige Krankheit anerkannt.