Berlin - Nach einem traumatischen Erlebnis haben Betroffene oft mit Schlaf- und Konzentrationsstörungen zu kämpfen. Auch Reizbarkeit oder Schreckhaftigkeit können nach solchen Ereignissen auftreten. "Derartige Symptome sind zunächst eine völlig normale Reaktion eines Verarbeitungsprozesses, sofern sie in den folgenden Tagen und Wochen langsam abklingen", sagt Prof. Martin Driessen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Wenn diese Symptome aber länger als vier Wochen bestehen, sollten Betroffene sich professionelle Hilfe suchen - etwa bei einem traumatherapeutisch geschulten Therapeuten oder in Opferambulanzen. Das gilt auch, wenn sie mit ihrem Alltag nicht zurechtzukommen oder ausgeprägte Ängste entwickeln, empfiehlt Driessen.

Traumatisierend wirken kann zum Beispiel, Zeuge oder Beteiligter eines schrecklichen Geschehens wie einer Naturkatastrophe, eines schlimmen Unfalls oder einer Gewalttat zu sein. Nach einem solchen Erlebnis empfinden viele Betroffene die Nähe zu Freunden oder Angehörigen als erleichternd. Es kann deshalb etwa helfen, wenn Betroffene nicht allein in ihre leere Wohnung zurückkehren, sagt Driessen. Besser ist es, bei Freunden oder Angehörigen zu übernachten oder sie zu bitten, bei einem zu bleiben.

Auf Zigaretten, Kaffee, Alkohol und wenn möglich Beruhigungsmittel verzichtet man besser: Rauchen und Kaffeetrinken haben eine anregende Wirkung, Alkohol und Beruhigungsmittel können den angemessenen Umgang mit der Situation erschweren. Hingegen können Bewegung und Sport laut Driessen dazu beitragen, Angst und Spannungen abzubauen. Man sollte möglichst versuchen, die normale Routine so bald wie möglich wieder aufzunehmen, es aber zunächst etwas ruhiger angehen lassen.