Frankfurt/Main - Europas Verbraucher bekommen einen neuen Geldschein. Gut 16 Monate nach dem Fünfer kommt im September die überarbeitete Zehn-Euro-Note. Die Bundesbank ist zuversichtlich: Dieses Mal seien die Automatenbetreiber vorbereitet.

Farbenfroher, sicherer, haltbarer: Am 23. September bringen Europas Notenbanken die
zweite Generation des Zehn-Euro-Scheins unters Volk. Die Vorbereitungen für das Facelift laufen auf Hochtouren, damit sich das Chaos vom Mai 2013 nicht wiederholt. Seinerzeit landete die neue Fünf-Euro-Note zwar in den Geldbeuteln der Verbraucher. Doch Automatenbetreiber in ganz Europa hinkten hinterher: Die Menschen konnten ihren Fahrschein oder das Parkhaus nicht überall mit der neuen Banknote bezahlen.


Prominentestes Beispiel war die Deutsche Bahn: Etliche Fahrkartenautomaten nahmen die Scheine der sogenannten
"Europa-Serie" nicht an, weil das Software-Update zu spät und dazu fehlerhaft geliefert wurde. Auch in Parkhäusern oder an Zigarettenautomaten hatten Verbraucher mit dem neuen Schein das Nachsehen.


Inzwischen ist das Problem behoben, 99 Prozent aller Automaten seien umgestellt, betont die Bundesbank - und verspricht eine reibungslosen Einführung der neuen Zehner. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass es deutlich weniger Beeinträchtigungen geben wird. Jetzt sind alle besser vorbereitet", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Er ist überzeugt, dass die Automatenbetreiber aus den Erfahrungen gelernt haben. Schließlich habe die verspätete Umstellung nicht nur Verbraucher verärgert - sondern die Unternehmen auch Umsatz gekostet: "Es ist im ureigensten Interesse der Automatenhersteller und - betreiber, die Probleme dieses Mal zu verhindern."

Auch Helmut Rittgen, Zentralbereichsleiter Bargeld bei der Bundesbank, stellt fest: "Die Botschaft ist angekommen. Die Unternehmen wissen, worum es geht." Und: Alle Beteiligten haben dieses Mal neun statt vier Monate Zeit, sich über Tests und Schulungen bei der Bundesbank auf die Umstellung vorzubereiten. Bahnfahrer in Deutschland müssen sich jedenfalls keine Sorgen machen, verspricht ein Sprecher der Deutschen Bahn: "Unsere Automaten werden noch vor der Einführung der neuen Scheine umgerüstet sein."

An den Sicherheitsmerkmalen der neuen "Europa-Serie" haben Experten jahrelang getüftelt. Dazu gehören das Porträt der mythologischen Figur Europa im Wasserzeichen und im Hologramm. Wie der überarbeitete Fünfer wird der Zehner etwas dicker und schwerer als sein Vorgänger, weil er mit einem Speziallack überzogen ist. Das soll die Banknote strapazierfähiger machen und so die Kosten senken und die Umwelt schützen, wie EZB-Direktor Yves Mersch betont hatte. Erhalten bleiben die Motive: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Mit den überarbeiteten Banknoten wollen die Währungshüter die Gemeinschaftswährung sicherer machen und Geldfälschern das Geschäft vermiesen. Das Ziel: Im technologischen Wettlauf mit Fälscherbanden will die Europäische Zentralbank immer einen Schritt voraus bleiben. 2013 wurden europaweit 670 000
Blüten beschlagnahmt. "Angesichts der Tatsache, dass tagtäglich über 15 Milliarden echte Euro-Geldscheine im Umlauf sind, ist diese Zahl sehr gering", erklärt die EZB.


In Deutschland ist das Risiko noch kleiner. Hier kommen fünf
falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner, im Euroraum zwanzig. 2013 zogen Polizei, Handel und Banken hierzulande 39 000 gefälschte Banknoten aus dem Verkehr - vor allem Zwanziger und Fünfziger. Hingegen wurden nur 347 gefälschte Fünfer und 1500 Zehnerblüten entdeckt.


Dass die Neuauflage der Noten trotzdem mit dem niedrigsten Nennwert begann, hat einen Grund: Die Scheine der "Europa-Serie" sind dank der Beschichtung länger haltbar - und das ist vor allem für Fünfer und Zehner wichtig, die am häufigsten den Besitzer wechseln. Und um die Verbraucher nicht zu verwirren, folgen die weiteren Noten in den kommenden Jahren im Wert aufsteigend der Reihe nach. Die alten Banknoten bleiben gültig, werden aber allmählich aus dem Verkehr gezogen.