Düsseldorf - Zum ersten Mal hat der Deutsche Aktienindex (Dax) die Marke von 11 000 Punkten überschritten. Ist das die richtige Zeit für den Einstieg? Wer jetzt Lust aufs Spekulieren bekommt, sollte ein paar Grundregeln kennen. Sonst geht es schief.

Aktien stehen in der Gunst der Anleger in Deutschland nicht unbedingt auf dem ersten Platz. Im Gegenteil: Um 500 000 ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland 2014 gesunken, hat das Deutsche Aktieninstitut (DAI) ermittelt. Und das, obwohl der deutsche Leitindex Dax seit längerem steigt. Jetzt hat er zum erstem Mal in seiner 27-jährigen Geschichte die Marke von 11 000 Punkten geknackt. Der richtige Zeitpunkt für den Einstieg? Worauf Anleger achten sollten:

1. Nur verfügbare Mittel einsetzen:Wer sein Geld an der Börse investieren will, braucht einen langen Atem. "Fünf Jahre sollte der Anlagehorizont mindestens sein", rät Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf. "Denn so können Sie auch schwache Kursphasen überstehen." Wichtig ist außerdem, dass das investierte Geld in dem Zeitraum nicht gebraucht wird. Sonst laufen Anleger Gefahr, Aktien mit Verlust verkaufen zu müssen.


2.
Klumpenrisiko vermeiden: Bei der Auswahl der Aktien sollten Anleger wählerisch sein. "Sie müssen sich das Unternehmen gut anschauen", sagt Kurz. Denn um die weitere Entwicklung einschätzen zu können, ist es wichtig, das Geschäftsmodell zu verstehen. Anleger, die das nicht ernstnehmen und einfach nur schnell auf den Zug aufspringen wollen, erhöhen ihr Risiko, dass es schiefgeht. "Außerdem sollten sie ihr Geld verteilen in Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern." Denn die alte Anlegerregel gilt für Einsteiger erst recht: "Wird alles in eine Branche investiert oder nur in einem Land, entsteht ein sogenanntes Klumpenrisiko." Breit gestreut investieren können Anleger mit börsengehandelten Indexfonds (ETF), zum Beispiel dem weltweiten MSCI World Index. Er umfasst Aktien von rund 1600 Unternehmen aus aller Welt.


3.
Rückschläge einkalkulieren: Auch wenn die langfristige Entwicklung in der Regel positiv ist, sollten Anleger sich auf sinkende Kurse einstellen. "Es geht sicher auch noch mal nach unten", sagt Kurz. Solche Phasen könnten Anleger aber nutzen, um nachzukaufen. Wer zum Beispiel einen Sparplan für einen ETF einrichtet, kann so seinen durchschnittlichen Anteilspreis senken. "Auf diese Weise bekommen Sie ein ganz anderes Gefühl für Kursrückgänge", sagt Kurz.