Stendal l Mit 10 500 Besuchern war 2016 für das Winckelmann-Museum Stendal zwar kein Rekordjahr, aber immer noch ein gutes Jahr: „Angesichts dessen, dass wir wegen der Bauarbeiten einige Bereiche schon vor Jahresende schließen mussten, ist das eine gute Zahl“, befand Prof. Max Kunze, Präsident der das Museum tragenden Winckelmann-Gesellschaft, gestern auf einer Jahresbilanz-Pressekonferenz.

Die Bauarbeiten haben es in sich: Das 1955 gegründete Museum, das sich im Lauf der Jahrzehnte aus mehreren Gebäuden am Standort von Winckelmanns Geburtshaus zusammengepuzzelt hat, wird für 2,3 Millionen Euro komplett umgekrempelt: inhaltlich neu konzipiert, barrierefrei gebaut. „Wir beschreiten mit der Neugestaltung völlig neue Wege, alles wird endlich in eine einheitliche Struktur gebracht und vor allem wird auch dem Gedanken der Inklusion Rechnung getragen“, sagte Kunze. Endlich könnten dann, auf der vergrößterten Ausstellungsfläche, auch Exponate gezeigt werden, die bislang nur in Magazinen schlummerten. Zudem soll die Bibliothek mit umfangreicher Literatur über Kunstgeschichte und Archäologie fürs Publikum geöffnet werden.

Das Zugpferd des Winckelmann-Museums ist das Kinder- und Erlebnismuseum: Etwa zwei Drittel der Besucher insgesamt machen Kinder aus. Darum liegt ein Schwerpunkt der bevorstehenden Umbauarbeiten auch auf der Gestaltung des künftigen Familienmuseums. Es wird auf 500 Quadratmetern das Leben in einer antiken römischen Stadt erfahrbar und begreifbar machen.

Am 1. Juni schließt das Winckelmann-Museum komplett, ist dann aber mit mobilen Angeboten weiterhin präsent.

Am 9. Dezember 2017 jährt sich der Geburtstag des Archäologen und Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann zum 300. Mal. Es wird ein Jubiläum auf der Baustelle, denn eröffnet werden soll der Neubau erst Ende Mai 2018. Dennoch finden bereits jetzt und auch während des Umbaus Ausstellungen und Veranstaltungen zum Jubiläum statt, die sich Winckelmanns Wirken, seinem Einfluss auf die europäische Geistesgeschichte und seinem Andenken widmen.