Zürich - Als Schwerpunktland der diesjährigen Leipziger Buchmesse (13. bis 16. März) will sich die Schweiz als Teil des deutschsprachigen Kulturraums präsentieren.

"Wir sind kein Gast. Wir gehören dazu", sagte der Kulturattaché Johann Aeschlimann am Freitag in Zürich. Zum "Auftritt Schweiz" in Leipzig werden rund 70 Schweizer Verlage und mehr als 80 Autoren erwartet.

Schweizer Literaten müssten immer wieder um Aufmerksamkeit in Deutschland kämpfen, sagte Dani Landolf, Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes (SBVV). "Leipzig ist für uns ein tolles Schaufenster." Die Buchmesse solle die Wahrnehmung von Schweizer Literatur im deutschsprachigen Raum stärken.

Für ihren Auftritt in Leipzig haben sich die Schweizer einiges einfallen lassen. Autoren aus allen vier Sprachräumen der Schweiz - deutsch, italienisch, französisch und rätoromanisch - werden erwartet. Laut Landolf sind bekannte Namen wie Franz Hohler oder Lukas Bärfuss darunter, aber auch jüngere Autoren gelte es zu entdecken.

Zum "Auftritt Schweiz" gehören auch ein Poetry-Slam Deutschland-Schweiz oder eine Präsentation von Schweizer Kunst und Fotografie im Museum der bildenden Künste Leipzig. Am Abschlusstag der Messe wird zudem das Schauspielhaus Zürich ein Gastspiel geben: Gezeigt wird Dürrenmatts "Physiker".

Die Leipziger Buchmesse hat nicht jedes Jahr ein Gastland. Zudem liegt der Fokus traditionell eher auf Osteuropa. Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, verspricht sich vom "Auftritt Schweiz" insofern frischen Wind. Zudem habe sich Leipzig in den vergangenen 20 Jahren "sehr gemausert als Bühne für Literatur". "Ich glaube, dass die Leipziger Buchmesse die Kraft hat, etwas für Schweizer Verlage und Autoren zu tun", sagte Zille.