London - Mit ihren Büchern über den Jungen Adrian Mole wurde sie berühmt: Die britische Autorin und Monarchie-Kritikerin Sue Townsend ist im Alter von 68 Jahren gestorben.

Townsend starb an einem Schlaganfall in ihrer Heimatstadt Leicester, wie britische Medien am Freitag unter Berufung auf die Familie berichteten. Sie sei am Sterbebett von ihrer Familie umgeben gewesen, berichtete der "Independent".

Die Schriftstellerin war mit ihren "Adrian Mole"-Büchern bekanntgeworden. Die Reihe ist in Tagebuch-Form geschrieben und setzt sich humorvoll mit dem politischen und gesellschaftlichen Zeitgeist auseinander, etwa in der Thatcher-Zeit. Von den sieben Bänden wurden acht Millionen Exemplare in aller Welt verkauft. Die Bücher wurden in rund 30 Sprachen übersetzt, auch ins Deutsche.

Adrian Moles Tagebucheinträge wurden zu Fernsehfilmen und zu Theaterstücken verarbeitet. Schauspieler Stephen Mangan, der Adrian Mole 2001 in einer BBC-Serie gespielt hatte, zeigte sich am Freitag erschüttert über den Tod der Schriftstellerin. "Ich bin absolut entsetzt zu hören, dass Sue Townsend gestorben ist", sagte er. Sie sei "einer der wärmsten, lustigsten und klügsten Menschen" gewesen, die er je getroffen habe.

Townsend gilt in Großbritannien auch als eine der profiliertesten Kritikerinnen der Monarchie. 1992 veröffentlichte sie ihr Buch "The Queen And I". Im Jahr 2012, anlässlich des Diamantenen Thronjubiläums von Queen Elizabeth II., schrieb sie in einem Kommentar für den "Guardian" über die Königin: "Wir brauchen sie nicht mehr."

Townsend hatte seit langem Gesundheitsprobleme. 2001 war sie in Folge einer Diabetes-Erkrankung erblindet. 2009 hatte sie eine Spenderniere eines ihrer Söhne eingepflanzt bekommen.

Ihr Verleger Tom Welden vom Verlagshaus Penguin sagte, Sue Townsend werde immer unvergessen bleiben. "Sie ist die eine aus der Handvoll großer Komödien-Autoren in diesem Land", sagte er.