München - Die Schriftstellerin Hera Lind (56) hat sich unter großen Mühen von ihrer streng katholischen Erziehung gelöst. "Das war für mich ein ganz schönes Stück Arbeit, mich aus diesem Korsett zu befreien", sagte sie in einem Interview der Zeitschrift "Donna".

In ihrem Elternhaus in Westfalen seien Äußerlichkeiten streng verpönt gewesen. "Disco oder Kino gab es für mich nicht." Sie habe dort auch gelernt, dass Homosexualität Sünde sei. "Aber dieses Gehirnverbarrikadierte habe ich hinter mir gelassen", erzählte die 56-Jährige. "Dieses bigotte Gerede, was Gott und die Natur wollen, will ich nicht mehr hören."

Viele Werte ihrer Eltern habe sie aber auch an ihre Kinder weitergegeben: "Disziplin, sich nicht so wichtig nehmen, nach vorn gucken - das gefällt mir schon", sagte die Bestseller-Autorin ("Das Superweib"), die Theologie auf Lehramt studierte. "Ich finde aber, dass man das vermitteln kann, ohne Ängste zu schüren."

Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.