Oviedo - Selbst die sonst aufmüpfige "Mafalda" dürfte damit zufrieden sein: Der Vater der weltberühmten Comic-Figur, der Zeichner und Autor Joaquín Salvador Lavado, wird mit dem angesehenen spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Humanwissenschaften ausgezeichnet.

Bei der Bekanntgabe des Siegers würdigte die Jury am Mittwoch in Oviedo die Arbeit des 81-jährigen Argentiniers, der besser unter dem Künstlernamen Quino bekannt ist. Diese werde von einem "enormen erzieherischen Wert" und einer "universellen Dimension" geprägt.

50 Jahre nach dem Erscheinen des ersten "Mafalda"-Strips hätten die "scharfsinnigen Botschaften" des Zeichners weiterhin Gültigkeit, hieß es. Quino habe "mit Weisheit die Schlichtheit seines Zeichenstrichs mit der Tiefe seines Denkens kombiniert".

Der gesellschaftskritische Zeichner mit dem Blick für die Leiden des kleinen Mannes setzte sich in der Abstimmung unter anderem gegen die Journalistin und Friedenskämpferin aus der Demokratischen Republik Kongo Caddy Adzuba sowie gegen den spanischen Biologen Francisco José Ayala durch.

Die in mindestens 26 Sprachen übersetzten Geschichten von "Mafalda" wurden auch in Deutschland mit Erfolg veröffentlicht. 1988 erhielt Quino den Max-und-Moritz-Preis des Internationalen Comicsalons Erlangen.
Mafalda, ein nicht einmal zehn Jahre altes Mädchen aus Argentiniens bürgerlicher Mittelschicht, tritt in der aus elf Bänden bestehenden Reihe unter anderem für den Weltfrieden, Gerechtigkeit, Demokratie und die Frauenbewegung ein.


Die Kleine wird schon seit 1974 nicht mehr von Quino gezeichnet. Der Argentinier aus Mendoza brachte aber bis zuletzt weiter vielverkaufte
Cartoonbücher heraus. Im vergangenen November gab Quino allerdings bekannt, dass er aus Gesundheitsgründen seine Arbeit endgültig eingestellt habe.


Der Prinz-von-Asturien-Preis gilt als die spanische Version des Nobelpreises. Er wird alljährlich in acht Sparten vergeben und ist mit jeweils 50 000 Euro dotiert. Die Auszeichnungen werden den Preisträgern im Oktober vom spanischen Kronprinzen Felipe überreicht, der den Titel Prinz von Asturien trägt.

Vor Quino waren dieses Jahr bereits der kanadisch-amerikanische Architekt Frank Gehry in der Sparte Künste und der französische Historiker Joseph Pérez in der Sparte Sozialwissenschaften als Sieger bekanntgegeben worden.

In der Sparte Kommunikation gehörten in den vergangenen Jahren die Fotografin Annie Leibovitz (2013), der frühere Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn (1999), der deutsche Dichter, Schriftsteller und Herausgeber Hans Magnus Enzensberger (2002) sowie das Goethe-Institut (2005) zu den Preisträgern.