Nürnberg - Die österreichische Autorin Judith Taschler hat für ihren Kriminalroman "Die Deutschlehrerin" den mit 5000 Euro dotierten Friedrich-Glauser-Preis erhalten.

Die Auszeichnung in der Hauptkategorie Roman wurde der 1970 geborenen Taschler am Samstag beim Krimifestival Criminale in Nürnberg zuerkannt, wie die Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur "Das Syndikat" mitteilte. "Liebe, Verrat und Tod. Es sind die großen Themen des Lebens, die Judith Taschler sprachlich virtuos in ein kleines Kammerspiel packt", hieß es zur Begründung.

Der Glauser-Preis ist neben dem Deutschen Krimi-Preis die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für deutschsprachige Krimiliteratur. Der Preis wird seit 20 Jahren während der Criminale vom Syndikat vergeben. Die Preisgelder werden ausschließlich von deren etwa 800 Mitgliedern finanziert. Namensgeber Friedrich Glauser (1896-1938) war ein Schweizer Krimi-Autor ("Wachtmeister Studer").

In der Sparte Debüt ging der mit 1500 Euro dotierte Preis an Harald Gilbers aus Deutschland für seinen Roman "Germania". Für den besten Kurzkrimi wurde der ebenfalls deutsche Autor Alexander Pfeiffer für "Auf deine Lider senk ich Schlummer" geehrt. Die Auszeichnung ist mit 1000 Euro dotiert.

Der Hansjörg-Martin-Preis (2500 Euro) für den besten Kinder- und Jugendkrimi ging an Alice Gabathuler aus der Schweiz für "No Way Out". Der Verleger Hermann-Josef "Hejo" Emons erhielt den Ehren-Glauser für seinen publizistischen Einsatz. Emons war der erste Verleger für Regionalkrimis in Deutschland.

Zur Criminale in Nürnberg, Fürth und 16 weiteren fränkischen Städten kamen nach Angaben von Andreas Radlmaier vom Nürnberger Kulturreferat zwischen 11 000 und 12 000 Besuchern.

"In der 28-jährigen Geschichte des Festivals haben wir mit insgesamt 170 Veranstaltungen wohl einen Rekord aufgestellt", sagte Radlmaier am Sonntag. Zu dem fünftägigen Festival kamen etwa 280 Autoren, es gab 120 Lesungen. Dazu kamen 50 Veranstaltungen aus den Bereichen Film und Fernsehen und Theater sowie Workshops und Führungen.