Stockholm - Der Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) wollte es selbst so: Nach seinem Tod sollte die altehrwürdige Schwedische Akademie alljährlich über den von ihm gestifteten Literaturpreis entscheiden.

Die Akademie hatte König Gustav III. schon 1786 gegründet, um die schwedische Sprache und Literatur zu fördern. Nicht alle 18 Mitglieder waren mit der neuen Aufgabe einverstanden, aber am Ende nahmen sie sie an - und wälzten von da an jährlich stapelweise Weltliteratur.

Die Vorauswahl trifft ein Nobelkomitee aus einer Handvoll Mitgliedern, das für drei Jahre bestimmt wird. Über den Preisträger entscheidet die Akademie dann gemeinsam. Ihr gehören die Mitglieder - derzeit schwedische Schriftsteller, Linguisten, Historiker, Literaturwissenschaftler und ein Jurist - ihr Leben lang an.

Ständiger Sekretär und damit Chef der Akademie ist zurzeit der Historiker und Autor Peter Englund. Der Nobelpreis-Jury gehören etwa auch die Schriftsteller Per Wästerberg, Torgny Lindgren und Kerstin Ekman sowie der Literaturwissenschaftler und frühere Ständige Sekretär Horace Engdahl an. Sechs Frauen zählt die Akademie.

Nach dem Tod des Stockholmer Musik- und Kunstkritikers Ulf Linde im vergangenen Oktober ist derzeit einer der 18 Sitze der Akademie frei. Der schwedische Schriftsteller Klas Östergren, den die Akademie als Nachfolger Lindes ausgesucht hat, folgt ihm erst am 20. Dezember nach. Deshalb entscheidet Östergren noch nicht über den Literaturnobelpreis 2014 mit.