Kamenz - "DichterFeiern" - dieses mehrdeutige Motto hat Kamenz (Sachsen) für seine 50. Lessing-Tage vom 17. Januar bis 27. Februar gewählt. Das Programm zur Jubiläumsauflage sieht 19 Veranstaltungen vor, wie das Lessing-Museum mitteilte.

Zum Auftakt an diesem Samstag erhält die Publizistin Carolin Emcke den Lessing-Preis des Freistaates Sachsen. Die Auszeichnung ist mit 13 000 Euro dotiert. Außerdem werden zwei Förderpreise in Höhe von jeweils 5500 Euro vergeben. Sie gehen an den Schriftsteller und Kabarettisten Julius Fischer sowie den Dramatiker Wolfram Höll.

Die nach dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781) benannte Veranstaltungsreihe gibt es seit 1962 in seiner Geburtsstadt. Damals sei eine Tradition begründet worden, um den Literaten in geeigneter Form zu ehren und lebendig zu halten, sagte die Leiterin des Kamenzer Lessing-Museums, Sylke Kaufmann. Unangefochten habe die Reihe selbst tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche überstanden, auch wenn sie seit 2007 nur noch alle zwei Jahre stattfinde.

Als besonderen Höhepunkt der diesjährigen Lessing-Tage kündigte Kaufmann das Gastspiel des Berliner Ensembles am 13. Februar an. Es zeigt Lessings frühes Lustspiel "Die Juden" in der Inszenierung von George Tabori. Lessings "Nathan der Weise" kommt als Puppenspiel in Kamenz auf die Bühne. Andere Theateraufführungen zeigen Goethes "Torquato Tasso" und Shakespeares "Romeo und Julia".