New York - Ein Weltkriegsroman über die Begegnung eines französischen Mädchens und eines deutschen Jungen hat den diesjährigen Pulitzer-Preis gewonnen. Dem Buch "Alles Licht, das wir nicht sehen" von Anthony Doerr wurde am Montag in New York der 99. Pulitzer-Preis für Literatur zugesprochen.

Die besten Sachbücher behandelten Themen von Artenvielfalt über Indianer bis hin zum Papst und seiner Beziehung zu Benito Mussolini.

In Doerrs Roman geht es um Marie-Laure, ein blindes französisches Mädchen, und Werner, einen deutschen talentierten Waisenjungen, der von den Nazis gefördert wird. Im deutsch-besetzten Saint-Malo begegnen sich beide. Doerr wurde für seinen "einfallsreichen und komplexen Roman, der von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs inspiriert ist", gewürdigt. Er schreibe "in kurzen, eleganten Kapiteln, die die menschliche Natur und die widersprüchliche Kraft der Technik erkunden".

Der Preis für die beste Poesie ging an Gregory Pardlo für sein Buch "Digest". Für das beste Sachbuch wurde Elizabeth Kolbert geehrt. Die New Yorkerin, die auch einmal in Hamburg gearbeitet hat, hatte ein weithin anerkanntes Buch über das Massensterben von Arten durch den Einfluss des Menschen geschrieben. In Deutschland ist es unter dem Titel "Das sechste Sterben" erschienen.

Das beste Geschichtsbuch schrieb der Jury zufolge Elizabeth A. Fenn, die zu den Mandan-Indianern im heutigen North und South Dakota geforscht hatte. Die beste Biografie: "The Pope and Mussolini" von David Kertzer. Darin beschreibt der Autor "die geheimen Beziehungen" zwischen Papst Pius XI. und Italiens Diktator. Kertzer hat mehrere Bücher zum Vatikan und sein Verhältnis zum Judentum geschrieben.

- Anthony Doerr: Alles Licht, das wir nicht sehen, C. H. Beck, 528 Seiten, EUR 22.95, ISBN-13: 978-3406667510

- Elizabeth Kolbert: Das sechste Sterben: Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt, Suhrkamp-Verlag, 312 Seiten, EUR 24,95, ISBN-13: 978-3518424810