Stuttgart - In seinem neuen Roman "Der Garten der Dissidenten" porträtiert Jonathan Lethem (50) eine Familie linker Amerikaner. Die Zimmers waren Kommunisten, Hippies, Anhänger der Occupy-Bewegung, jedenfalls immer irgendwie dagegen.

Rose Zimmer steht für die kommunistische Matriarchin, die wegen einer Affäre mit einem schwarzen Polizisten vor das Partei-Tribunal zitiert wird. Einige Jahre zuvor hat ihr Mann, ein deutscher Emigrant, sie verlassen, um sich in der DDR zum Spion ausbilden zu lassen.

ihre Tochter Miriam schließt sich der Hippie-Bewegung an. Mit ihrem Mann, einem Folksänger, geht sie auf politische Mission nach Nicaragua. Der gemeinsame Sohn Sergius wächst bei Quäkern auf und schließt sich später der Occupy-Bewegung an.

Wie in einem Kaleidoskop zeigt Lethem hier die Geschichte linker Utopien und Rebellionen, die gleichzeitig auch eine Geschichte der Enttäuschungen und Frustrationen ist. Allzu oft endet die Utopie in der Einsamkeit. Das alles wird in einer bildreichen, manchmal allzu selbstverliebten Sprache geschildert.

- Jonathan Lethem: Der Garten der Dissidenten, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart, 476 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-608-50116-2.