München - Die amerikanische Schriftstellerin Donna Tartt (50) lässt sich viel Zeit für ihre Bücher. Ein ganzes Jahrzehnt lag zwischen ihrem fulminanten Erstlingswerk "Die geheime Geschichte" und dem Nachfolgeroman "Der kleine Freund".

Nach einer weiteren langen Pause ist jetzt "Der Distelfink" erschienen und sorgt erneut für Furore. Es ist die Geschichte von Theo Decker, für den ein Gemälde zum Schicksal wird.

Bei einem Museumsbesuch kommt Theos Mutter durch einen Terroranschlag ums Leben. Der Junge selbst gerät inmitten des Durcheinanders unverhofft in den Besitz des Bildes "Der Distelfink", das Meisterwerk eines Rembrandtschülers. Obwohl Theo weiß, dass es unrecht ist, wird er das Bild 14 Jahre verstecken.

Es sind die Jahre eines Heranwachsenden, der nirgendwo eine Heimat findet, weder bei der wohlhabenden Familie, die ihn aufnimmt, noch bei seinem Vater, der ein haltloser Glücksspieler ist, oder bei dem undurchsichtigen Ukrainer Boris. Langsam gerät Theo so auf die schiefe Bahn.

Donna Tartt hat einen Roman im Stil der von ihr bewunderten Klassiker des 19. Jahrhunderts geschrieben, elegant, mit Liebe zum Detail, manchmal ein bisschen weitschweifig. Dabei geht es ihr immer um die großen Fragen, zum Beispiel warum wir verbissen an Dingen festhalten, die wir längst als falsch erkannt haben und die uns ins Verderben stürzen. "Der Distelfink" ist in den Bestsellerlisten angekommen.

- Donna Tartt: Der Distelfink, Goldmann Verlag, München, 1024 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-442-31239-9.