Berlin - Man hört immer wieder diese Geschichten von Menschen, die nur schnell einmal Zigaretten holen wollen und dann nie mehr wiederkommen. Auch die Architektin Maren verschwindet einfach so, lässt Mann und Tochter verzweifelt zurück.

Der Filmkritiker Joachim, ein flüchtiger Bekannter der Familie, recherchiert über den mysteriösen Fall. Nach einem Hinweis, dass sich Maren in Tunesien aufhalten könnte, setzt er sich kurzentschlossen ins Flugzeug und nimmt die Spur der Verschwundenen auf. Auf einmal wird ihre Geschichte auch seine Geschichte.

In Thomas Weiss Roman "Flüchtige Bekannte" geht es um Fragen, die sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt hat: Wie wäre es, aus dem Hamsterrad auszubrechen und einfach alles hinter sich zu lassen? Gibt es ein Recht auf Egoismus, auf Freiheit und Abenteuer? Kann man Verantwortung einfach so ablegen, ohne schwere Schuld auf sich zu laden? Der Autor nähert sich diesen Themen aus zwei unterschiedlichen Perspektiven und verwebt sie zu einer spannenden Geschichte, ohne ein moralisches Urteil zu fällen.

- Thomas Weiss: Flüchtige Bekannte, Berlin Verlag, Berlin, 192 Seiten, 12,00 Euro, ISBN 978-3-8270-1211-1.