München - In der Nähe von Dschidda werden 19 Frauenleichen gefunden. Ein unerkannter Serienmörder treibt seit Jahren sein Unwesen. Inspektor Ibrahim Zahrami ermittelt, aber gleichzeitig treiben ihn private Sorgen um, denn seine Geliebte ist spurlos verschwunden.

Da dem verheirateten Ibrahim die Todesstrafe droht, sucht er Hilfe bei Katya Hijazi, einer der wenigen Frauen im Polizeirevier. Hier beginnt für Ibrahim und Katya eine Gratwanderung, die sie ins Gefängnis und zu Schlimmerem führen kann.

In ihrem neuen Roman "Wüstenblut" gelingt der Amerikanerin Zoë Ferraris der Spagat zwischen Kriminal- und Gesellschaftsroman. Sie hat selbst ein Jahr in einer strenggläubigen Gemeinschaft in Saudi-Arabien gelebt und schildert den Alltag einer archaischen Gesellschaft, in der Frauen grotesken Einschränkungen unterworfen sind, ohne moralisierendes Sendungsbewusstsein. Zugleich nimmt sie sich Zeit für ihre Hauptfiguren und deren Schicksal in einem Lebensalltag, der in einer für die westlichen Leser verschlossenen Welt stattfindet.

- Zoë Ferraris: Wüstenblut, Pendo Verlag, München, 384 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-86612-375-5.