Berlin - Die Appstores sind voller Zombies. Laut einer aktuellen Studie schaffen es rund 80 Prozent aller Apps so gut wie nie in die Bestenlisten der verschiedenen Stores. So haben Nutzer auch kaum eine Chance, Programme abseits der Platzhirsche zu entdecken.

Smartphonenutzer haben die Wahl zwischen Millionen von Apps. Doch die meisten in den Appstores für iOS, Android oder Windows Phone angebotenen Apps bekommen sie in der Regel nie zu Gesicht. Gut acht von zehn Programmen (83 Prozent), das hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens Adjust ergeben, schaffen es mittlerweile nicht in die relevanten Empfehlungs- und Bestenlisten. Mit dem stetig wachsenden Angebot steigt auch die Zahl dieser sogenannten Zombie-Apps rasant an. Waren es laut Studie Anfang 2014 noch rund 900 000, die an zwei von drei Tagen in keiner der relevanten Top-Listen auftauchen, sind es mittlerweile knapp 1,4 Millionen.

Das Problem für den Nutzer dabei ist, dass er sich in der schieren Masse des Angebots nur schwer einen Überblick verschaffen kann. Zwar lassen sich die Programme nach Kategorien filtern - etwa Produktivität, Navigation oder Wetter. Doch je nach Kategorie ist es für Entwickler eine harte Aufgabe, ihre Programme in die Top-Listen zu bekommen.

Die Produktivitätssektion - etwa mit Apps für Textverarbeitung, Mailfunktion oder Kalender - wird laut der Studie von wenigen weltweit erfolgreichen Apps dominiert. Neue Angebote haben so kaum eine Chance, entdeckt zu werden. In der Kategorie Wetter hingegen zählt nur rund die Hälfte zu den Zombie-Apps. Hier herrscht deutlich weniger Konkurrenz.

Der Nutzer ist weitestgehend machtlos angesichts der großen Anzahl von Apps und ständigen Neuzugängen in den Stores. Apples iTunes etwa versucht, der App-Flut durch kuratierte Listen und Empfehlungen Herr zu werden. Mit unklarem Erfolg, wie die Studie zeigt. Die Appstores, so deuten die Autoren der Studie ihre Daten, sind für Nutzer nicht mehr die erste Wahl, wenn es darum geht, neue Programme zu entdecken. Nutzer orientieren sich hauptsächlich über Medienberichte und Empfehlungen aus ihrem Umfeld. Auch Werbung werde immer wichtiger im Kampf um den Platz auf dem Smartphonebildschirm, lautet die Schlussfolgerung.