New York (dpa) l Es war der Höhepunkt beim spektakulären Open-Air Konzert zur ersten Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama: Zusammen mit Bruce Springsteen brachte Folksänger Pete Seeger eine halbe Million Menschen dazu, den Woody-Guthrie-Klassiker "This Land Is Your Land" mitzusingen. Mit bunter Zipfelmütze, weißem Bart und klingendem Banjo begeisterte der Titan des amerikanischen Folk sein Publikum.

Am Montag starb Seeger nach Angaben der "New York Times" im Krankenhaus eines natürlichen Todes. Die Bedeutung der Folklegende für die US-Musikszene war zu Seegers 90. Geburtstag noch einmal deutlich geworden. 40 bedeutende US-Musiker wie Bruce Springsteen, Joan Baez, Kris Kristofferson und Eddie Vedder hatten sich zu der Party angekündigt. Ganz in Seegers Sinne sollte der Erlös des Konzerts der von ihm mitgegründeten Öko-Organisation Clearwater zugute kommen.

Der Musiker, Friedensaktivist, Politrebell und Umweltschützer war vor allem als Songschreiber bekannt. Sein Lied "Sag mir, wo die Blumen sind" wurde in den 60er Jahren zur Hymne der Friedensbewegung. Unvergessen sind auch seine Polithits "If I Had A Hammer" und "Turn, Turn, Turn!" sowie der von ihm aufgebügelte US-Gospelsong "We Shall Overcome", mit dem Joan Baez unsterblich wurde.

Als Sohn einer Musikerfamilie 1919 in New York geboren, galt Peter "Pete" Seeger in den 40er und 50er Jahren als Schlüsselfigur bei der Wiederentdeckung der amerikanischen Folk-Musik. Er war Mitbegründer der beiden Gruppen The Almanac Singers und The Weavers, rief die erste US-Volksmusikorganisation "People\'s Song" ins Leben und wirkte an dem Folk-Magazin "Sing Out!" mit. Noch 2008 erschien das neu aufgenommene Studio-Album "Pete Seeger At 89". Und auch politisch blieb er aktiv. "Mit einem Song kann man seine Gedanken ausdrücken und gemeinsames Handeln fördern", sagte er einmal. "Ich glaube allerdings, dass nicht nur Lieder geschrieben werden müssen. Es muss auch gehandelt werden."