Leipzig (dpa) l Dickes Besucherplus auf der Leipziger Buchmesse: 175.000 kamen auf die Frühjahrsschau der Buchbranche, so viele wie nie zuvor. Verlage und Handel gehen gestärkt ins Bücherjahr.

Die Leipziger Buchmesse hat einen Besucherrekord aufgestellt. 175000 Gäste seien an den vier Tagen aufs Messegelände gekommen, teilten die Veranstalter am Sonntag mit. Zusammen mit dem begleitenden Lesefestival "Leipzig liest" seien es 237000 Besucher gewesen. Diese Gesamtzahl wurde erstmals so ausgewiesen.

Allen Abgesängen auf das Buch zum Trotz zieht die Frühjahrsschau damit von Jahr zu Jahr mehr Interessierte an. 2013 waren 168000 Besucher gezählt worden, 2012 waren es 163500. Auf der Buchmesse hatten sich seit Donnerstag knapp 2200 Aussteller aus 42 Ländern präsentiert. Gastland war in diesem Jahr die Schweiz.

"Die Buchmesse zeigt sich weltoffen, jung und politisch"

Bei den Ausstellern sorgte der große Besucherandrang für gute Laune. Vertriebsleiter Reinhold Joppich vom Verlag Kiepenheuer Witsch sprach von einer "großartigen Stimmung" auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Tanja Postpischil, Sprecherin des Suhrkamp Verlages, sagte, es gebe eine "enthusiasmierte Stimmung für das Buch". Zudem suche das Lesefestival "Leipzig liest" seinesgleichen. Daran beteiligten sich in diesem Jahr rund 3000 Autoren und Mitwirkende.

Der Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, erklärte: "Die Leipziger Buchmesse zeigt sich weltoffen, jung und politisch. Die hier gezeigte Begeisterung für Bücher geht Hand in Hand mit dem neuen Selbstbewusstsein des Buchhandels vor Ort. Das lebhafte Interesse vor allem auch der jungen Menschen zeigt, wie aktuell Bücher und das Lesen für diese Generation sind." Der stationäre Buchhandel hatte nach Jahren der Krise 2013 ein Umsatzplus von 0,9 Prozent erreicht, während der Online-Handel etwas zurückging.

Die Schweiz zog eine "überaus positive" Bilanz ihres Gastland-Auftritts. "Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen. Was die Veranstaltungen adelte, war das große Interesse des Publikums", erklärte Marianne Sax vom Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband.