"Fokus Junge Kunst" heißt die aktuelle Ausstellung im Magdeburger Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen. Drei Menschen mit künstlerischen oder persönlichen Wurzeln in Sachsen-Anhalt stellen sich dort bis zum 1. Juni vor.

Magdeburg l Die Arbeiten von Laura Bielau, Johannes Nagel und Ginan Seidl sind in den historischen Räumen des Klosters gut aufgehoben. Die Mischung zwischen Fotografie, Videoinstallationen und Bildhauerei ermöglicht den Einblick in interessante Trends.

Die 1981 in Berlin geborene Ginan Seidl lebt in Halle. In der Saalestadt hatte sie Bildhauerei und Metall studiert und parallel fast zwei Jahre Kurse in Medienkunst an der Universität der Künste in Berlin belegt. Ihre Videoinstallation widmet sich den Träumen von sieben Menschen aus England, Deutschland und Mexiko.

Die Bilder gehen auf Spurensuche in den Lebensraum der Frauen und Männer. Das alles wirkt ein wenig surrealistisch, auch durch die Projektion der Bilder auf zwei sich überlagernde Flächen. Ein zweites Projekt entstand in einem Berliner Neubauviertel. Dort wird eine Frau mit der Kamera begleitet, die sich in Wohnungen umsieht und die dort lebenden Menschen in ihrem Lebensumfeld zeigt.

Laura Bielau, 1981 in Halle geboren, lebt und arbeitet heute in Berlin. Sie hat das Fotografenhandwerk von der Pike auf gelernt, studierte in Leipzig und Helsinki. Die Suche nach interessanten Sichten und Innovationen, ohne die traditionellen Wurzeln zu verlassen, prägen Bielaus Arbeiten.

Das Chaos wird durch die Kamera dokumentiert

Da zeigt sie Visitenkarten, klein und fast zerbrechlich. Im Atelier posiert das Model, der rote Farbton des Bildes lässt Erinnerungen an das Fotolabor wach werden. Dort, im Raum, der auf Dunkelheit setzen muss, agiert die Kamera, durchbricht das scheinbare Tabu, dort Motive einzufangen. Auf der anderen Seite das große Format. Bei "Werkzeug #2" wird das Chaos von Küchengeräten, Brillen, Lupe, Zollstock und anderen Dingen zu einer Installation, die durch die Kamera minutiös dokumentiert wird.

Die hallesche Keramikschule verkörpert Johannes Nagel. Der 1979 in Jena Geborene lebt und arbeitet in Halle. 2001 absolvierte er eine Töpferausbildung in Kanada und studierte dann an der Burg Giebichenstein. Seit zwei Jahren ist diese auch seine berufliche Heimat. Tradition und Experiment gehen bei ihm eine Verbindung ein. Verschiedene Oberflächen erinnern an Materialcollagen. Formen und Farben sind Mittel zum Zweck. Fantasievolle Gefäße entstehen, die Materialien wie Ton, Porzellan und Sand kombinieren. Bei Objekten aus der Reihe "Grabungen" formt der Künstler Hohlräume im Sand, die er dann mit Gips füllt und damit Stücke schafft, die eine nahezu archäologische Anmutung haben.