Magdeburg l Was immer warum, weshalb, wodurch und wann auch irgendwie, irgendwo passiert ist, haben einige Freunde von Kabarettist Horst Evers stets schon lange vorher gewusst. Ein Phänomen, das ihm schon länger auffalle. Deshalb trägt seine aktuelle Tour, mit der er am Freitag im Alten Theater in Magdeburg Halt machte, den Namen "Hinterher hat man´s meist vorher gewusst".

Während sich im Steuerskandal um Uli Hoeneß alle Beteiligten von der täglich steigenden Summe an hinterzogenen Steuergeldern überrascht zeigten, inklusive Herr Hoeneß selbst, war das einem Freund von Evers "ja schon vorher klar". Auch, dass der Flughafen Berlin-Brandenburg wohl erst fertig werden wird, wenn sich die Menschen in der Zukunft nur noch daran erinnern, dass Opa mal was von so einem Ding erzählt hat, war für einige in Evers` Bekanntenkreis keine Überraschung.

Lauscht man den Worten des Wahl-Berliners, tritt sofort ein Gefühl von "kenn ich" oder "genau wie meine Freunde" ein - und das, obwohl man nie so genau darüber nachgedacht hat. Das ist jedoch quasi das Spezialgebiet von Horst Evers. Er betrachtet die alltäglichen Dinge anders als die meisten, und nicht nur das: Er zeigt Verständnis für die Menschen, bei denen nicht gleich alles klappt. "80000 Mängel wurden am Flughafen Berlin-Brandenburg noch entdeckt. Unter anderem sind die Rolltreppen zu kurz. Das kann aber auch schnell mal passieren. So ein Zollstock hat auch nur zwei Meter." Auch Lösungsvorschläge hat er meistens parat. So könnte Erzbischof van Elst als neuer Bauleiter den Bau sicherlich voranbringen. Er kenne sich schließlich mit großen Investitionen aus.

Nicht nur die großen politischen Themen wurden vom gebürtigen Niedersachsen in ein anderes Licht gerückt. Nach der Pause kam Horst Evers endlich auf sein Lieblingsthema, das auch in so ziemlich jedem seiner Bücher vorkommt: Bahn fahren. "Ich mag die Bahn, trotz des schlechten Rufs. Sie schenkt mir regelmäßig noch mehr Freizeit", betonte er. Als krönenden Abschluss huldigte Horst Evers seiner Heimat mit einem Sprechgesang. Damit zeigte er, wie Niedersachsen und seine wenigen Großstädte wirklich sind. "Wolfsburg hat nur einen Zweck, kauf ein Auto und fahr weg".