Der Architekt Walter Gropius (1883-1969) gründete das Bauhaus 1919 in Weimar als Hochschule für Gestaltung und ging damit neue Wege vor allem im Industriedesign und in der Architektur. Das Bauhaus zog später von Weimar nach Dessau um. Nur etwa 500 Meter entfernt vom Dessauer Bauhausgebäude, das für seine Glasfassade berühmt ist, entwarf Gropius eine Wohnsiedlung - mit einem frei stehenden Haus für sich und drei Doppelhäusern nebenan. Das Gebäudeensemble galt als Inbegriff der Künstlerkolonie des 20. Jahrhunderts.

Dort lebten nach Angaben der Stadt Dessau-Roßlau auch die Bauhausdirektoren Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe. Ihre Nachbarn waren die Bauhausmeister László Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oscar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee.

In Dessau wurde das Bauhaus 1932 auf Drängen der Nazis geschlossen. Bis zum endgültigen Aus 1933 wurde es als Privatinstitut in Berlin weitergeführt. Bauhäusler emigrierten aus Deutschland wie beispielsweise Feininger nach Amerika. In der Meisterhaussiedlung wohnten laut Stiftung Bauhaus Dessau später unter anderem Testpiloten der Junkers-Werke, eines der größten Rüstungsbetriebe der Nationalsozialisten. Zu DDR-Zeiten wurde die Siedlung unter anderem als Ärztehaus (Poliklinik) genutzt. Meisterhäuser und Bauhaus gehören heute zum Unesco-Welterbe.