Magdeburg l Ein riesiger Vorhang ist über die Bühne gespannt. Die Schrift darauf verrät das bevorstehende Ereignis: Status Quo live in concert. 1500 Fans füllen den Saal zum Großteil aus. Die meisten gehören der Generation der Musiker an. Sie fiebern dem Auftritt ihrer Idole aus den 70ern entgegen, sind glücklich, Status Quo endlich leibhaftig erleben zu können. Viele von ihnen tragen Status-Quo-T-Shirts und Fan-Schals. Das eine oder andere jüngere und junge Gesicht ist auch zu entdecken. Status-Quo-Fieber ist ansteckend.

Der Vorhang fällt auf den Boden. Der unverkennbare Gitarrensound schrillt auf, und Francis Rossi (Gitarre, Gesang) und Rick Parfitt (Rhythmusgitarre, Gesang) sowie Bassist John "Rhino" Edwards, Keyboarder Andrew Brown und Schlagzeuger Leon Cave nehmen die Bühne in Beschlag. Die Fans sind sofort da, kein großes Aufwärmen ist nötig. Die Band weiß die Masse zu rocken - mit Lautstärke (vor allem), ihrem speziellen harten Boogierock und mit leicht mitzusingenden Refrains.

Kein Erbarmen mit empfindlichem Gehör


Laut, laut, laut. Die Fans wissen, worauf sie sich einlassen. Kein Erbarmen mit den empfindlichen Gehörgängen, wenn Kracher wie "Roadhouse Blues", "Junior´s Wailing", "In My Chair", "Down, Down" und natürlich "Whatever You Want" die Halle buchstäblich zum Vibrieren bringen. Der Sound schmerzt zuweilen in den Ohren, was dem Enthusiasmus der Fans keinen Abbruch tut, denn ihre Band ist in ihrem Element und lässt sie darin mitschwimmen. Rossi und Parfitt, die Leader der Truppe, verströmen pure Energie, sie sind jung mit ihren Mitte 60, schlank, in Jeans und Turnschuhen. Die langen Rockermähnen von damals sind futsch, doch die Rockerseele ist lebendig, tobt sich aus. Nicht minder energiegeladen und versiert agieren Brown, Edwards und Cave.

Status Quo spielt ihr Repertoire aus Songs der Spätsechziger und Siebziger Jahre. Kein großer Budenzauber aus Lichteffekten und Bühnenshow, kaum zählbare Ansprachen an die Fans. Die Show sind sie - Rocker wie sie im Buche stehen, die ihre Instrumente streicheln und traktieren für handgemachte Mucke mit Verstärkern, live zelebriert vor einem Publikum im Rausch harter Rockmusik. Ein Song geht in den anderen über. Die Fans tanzen, singen, klatschen, fotografieren unentwegt. Besonders die ganz vorn an der Bühne wissen jeden Refrain mitzusingen, sich zu jedem Takt mitzubewegen. Vielstimmig hallt "What You`re Proposing" und "Railroad" durch den Saal. Der jüngere Welthit "In The Army Now" wird noch einmal ein Höhepunkt des Abends. Der Saal singt. Mit "Rocking All Over The World" wird das furiose Finale eingeleitet. Der Saal kocht. Abschluss eines mitreißenden Konzerts vor begeisterten Fans.