Bauhaus-Erbe in Dessau, Weimar und Berlin

Der Architekt Walter Gropius (1883-1969) gründete das Bauhaus 1919 in Weimar als Hochschule für Gestaltung. Später zog es nach Dessau und schließlich nach Berlin um. 1933 wurde es auf Druck der Nazis geschlossen.

Heute wird in allen drei Städten das Bauhaus-Erbe gepflegt. Dafür gibt es die Stiftung Bauhaus Dessau, das Berliner Bauhausarchiv und die Klassik-Stiftung Weimar mit dem Bauhaus-Museum.

Das Bauhaus wird verbunden mit einer neuen Form des Wohnens, mit klaren Linien und schnörkelloser Funktionalität und hellen Räumen. Die Bauhäusler schufen aber nicht nur Architektur, sondern legten großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Künstlern und Handwerk. (dpa)

Dessau-Roßlau (dpa) l Die neue Direktorin der Bauhaus-Stiftung, Claudia Perren, hält strikt fest an den Plänen für das Bauhausmuseum Dessau, das bis 2019 entstehen soll. Der umstrittene Standort im Stadtpark sei richtig, sagte sie am Mittwoch in Dessau-Roßlau. "Wenn er nicht richtig wäre, hätten wir das Geld nicht bekommen."

Und zum Zeitplan: "Es ist natürlich eng, aber wir schaffen das." Für 25 Millionen Euro von Bund sowie Land Sachsen-Anhalt soll bis 2019 ein laut Perren "zeitgemäßes Statement zum Bauhaus als Museum" entstehen. Es gehe nicht um rekonstruierte Bauhaus-Architektur. 2019 wird international der 100. Geburtstag des Bauhauses gefeiert.

Ab Januar 2015 soll mit einem internationalen Wettbewerb nach der besten Idee gesucht werden - ab Oktober soll dann der Architekt beauftragt werden. Das Museum soll eine Ausstellungsfläche von 2100 Quadratmetern haben.

Der Standort im Stadtpark war umstritten, es hatte zwei Alternativen gegeben. Perren sagte, sie sehe den geplanten Neubau im Zusammenhang mit der Bauhausgeschichte in Dessau - die Meisterhäuser, das von Walter Gropius gebaute Arbeitsamt, die Bauhaussiedlung Törten. Alle seien verstreut, eine "Bauhaus-Insel" habe es nie gegeben.

Perren steht seit August der Stiftung Bauhaus Dessau vor, die das Bauhaus-Erbe mit seinen verschiedenen Bauten pflegt, Kurse und Tagungenfür Künstler vom Architekten bis zum Designer veranstaltet.

Es gibt diverse Ausstellungen - aber noch kein Museum für die stetig wachsende Sammlung der Stiftung. Mit mehr als 40000 katalogisierten Objekten soll sie nach dem Bauhaus-Archiv Berlin die zweitgrößte Sammlung zur Bauhausgeschichte weltweit sein.

Perren kündigte ein neues Residenzprogramm in den Meisterhäusern an, wo einst die Erschaffer des Bauhaus-Stils lebten. Es solle deutlich werden, wie die Bauhäusler in den 1920er Jahren lebten - bis hin zu Wandfarbe, Küche und Esstisch. In die Meisterhäuser von Oskar Schlemmer und Georg Muche sollen dann von 2016 an Architekten, Innenarchitekten und Designer einziehen, um für bis zu drei Monate an Projekten zu arbeiten.