Magdeburg l Die strahlenden Gesichter der Theater-Leitung kamen nicht von ungefähr. Die aktuelle Spielzeit zählt sowohl künstlerisch als auch finanziell zu den erfolgreichsten der letzten Jahre. Daran wollen Generalintendantin Karen Stone, ihr Verwaltungsdirektor und Finanzchef Marc Stefan Sickel, Generalmusikdirektor Kimbo Ishii, Ballettdirektor Gonzalo Galguera und Schauspieldirektorin Cornelia Crombholz anknüpfen.

Karen Stone kommt es auf die enge Verbindung der Magdeburger mit ihrem Theater an. Deshalb stellte sie den Tag der offenen Tür am 6. September gleich an den Anfang ihrer Ausführungen.

Die Musiktheatersaison 2015/2016 wird am 12. September mit Verdis "Ein Maskenball" eröffnet. Ein weiterer Höhepunkt dürfte dann "Elektra" von Richard Strauss werden. Die Titelpartie singt als Gast Elaine McKrill. Die britische Sopranistin ist ein Beispiel für das erfolgreiche Konzept, mit Gästen und Ensemblemitgliedern immer wieder neue künstlerische Akzente zu setzen.

Premiere einer Telemann-Oper

Eine Uraufführung ist die Kammeroper "Die Andere" von Sidney Corbett. Nach dem großen Erfolg der Kammeroper "Der Prozess" nach Kafka ist das ein weiteres Auftragswerk des Magdeburger Theaters. Da reiht sich die Oper "Die tote Stadt" von Erich Wolfgang Korngold unter der musikalischen Leitung von Kimbo Ishii ein. Sie ist wie "Der Prozess" eine Koproduktion, diesmal mit der Nederlandse Reisopera.

Die enge Verbindung der Magdeburger Telemann-Festtage mit dem Theater Magdeburg hat sich bewährt. "Damon", eine Oper von Georg Philipp Telemann, hat deshalb im März kommenden Jahres im Opernhaus Premiere.

Mit Spannung erwarten die Zuschauer die Open-Air-Musicals auf dem Domplatz. Für 2016 steht der Publikumserfolg "Hair" auf dem Programm. Für "Rocky" in diesem Jahr gibt es für Schnellentschlossene noch einige Karten.

Drei Balletturaufführungen

Bereits zum sechsten Mal gastiert Menahem Pressler in der Elbestadt. Zusammen mit der Magdeburgischen Philharmonie spielt der in Magdeburg geborene Pianist am 19. und 20. Mai 2016 Mozarts Konzert für Klavier und Orchester.

Drei Uraufführungen in der Ballettsparte präsentiert Ballettdirektor Gonzalo Galguera, darunter die choreografische Umsetzung von Rossinis "Tabat Mater". Diese Sakralkomposition bezieht die Gesangssolisten, den Opernchor und die Magdeburgische Philharmonie mit ein. Premiere ist am 3. Oktober dieses Jahres im Opernhaus.

Mit einem Paukenschlag startet Schauspieldirektorin Cornelia Crombholz in ihre zweite Spielzeit am Theater Magdeburg. Die Uraufführung des mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Romans "Kruso" von Lutz Seiler in der Bearbeitung von Dagmar Borrmann ist am 25. September 2015 im Schauspielhaus zu erleben. Nicht minder spannend dürfte die Inszenierung von "Wir sind keine Barbaren!" von Philipp Löhle werden, die am 26. September Premiere hat.

Hoher Zuspruch der Zuschauer

Magdeburg als Ort des Geschehens steht gleich in zwei Vorstellungen im Mittelpunkt. Das Bürger Ensemble bringt seine Auseinandersetzung mit der Stadt auf die Bühne, in "Moskauer Eis" setzt sich die 1964 in Magdeburg geborene Anett Gröschner mit ihrer Kindheit und Jugend in der Elbestadt auseinander. Vorbereitet wird das Osteuropa-Festival "Wilder Osten".

Künstlerische Qualität, wachsende Zuschauerzahlen und die Einnahmen durch verkaufte Karten sind rückblickend auf die gegenwärtige Spielzeit nicht unwichtig. Marc Stefan Sickel konnte auf das beste Ergebnis der zurückliegenden Jahre verweisen. Mit einem Auslastungsgrad von 82,4 Prozent ist das beste Ergebnis bisher erzielt worden. Dahinter stehen Einnahmen von fast drei Millionen Euro. Damit, so versicherte der Verwaltungsdirektor, werden die Eintrittspreise in der Spielzeit 2015/2016 nicht verändert.