Alljährlich im März wird Leipzig zum Treffpunkt der Buchbranche. Doch nicht nur die Leute vom Fach blicken in die sächsische Stadt. Die Leipziger Buchmesse, die am Donnerstag ihre Türen öffnet, steht für ausgesprochene Nähe zum Lesepublikum. Vor allem deshalb ist sie eine wichtige Messe für die mitteldeutschen Verlage.

Von Grit Warnat

Magdeburg. Für viele Verleger im mitteldeutschen Raum ist die Leipziger Buchmesse zur Pflicht geworden. Weil sie die Messe vor der Haustür ist, weil man hier wie sonst nirgendwo auf ein interessiertes Publikum trifft und nirgendwo sonst sein Buchprogramm Lesebegeisterten so nah und intensiv vorstellen kann.

66 Verlage aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden sich, ihre Bücher und Neuerscheinungen präsentieren. Zwölf Verlage aus Sachsen-Anhalt sind mit einem eigenen Stand vertreten, weitere vier Verlage bei der Gemeinschaftspräsentation des Arbeitskreises kleinerer unabhängiger Verlage. Regine Lemke, Geschäftsführerin des die drei Länder umfassenden Landesverbandes des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zeigt sich zufrieden mit der Beteiligung. Die sei stabil geblieben, sagt Lemke und verweist vor allem auf die größeren Verlage, für die der Auftritt in Leipzig eine "Hausnummer" sei.

"Natürlich ist die Messe für uns wichtig", sagt Harry Ziethen. Im Mai feiert sein dr. ziethen verlag das 20-jährige Bestehen. Seitdem ist der Verleger aus Oschersleben auf der Messe in Leipzig präsent - nicht nur mit neuen Büchern, sondern auch mit neun Lesungen im Rahmen des populären Programms "Leipzig liest". "Der Kontakt mit den Lesern ist uns wichtig", sagt Ziethen.

Der Messe treu ist auch der Verlag Janos Stekovics aus Dößel im Saalkreis, den es seit 19 Jahren auf dem deutschen Buchmarkt gibt und seit 17 Jahren auf der Messe.

"Wir haben in Leipzig unglaublich viele Kontakte zu unseren Lesern. Nirgendwo anders bekommen wir so viel Resonanz auf unser Verlagsprogramm", sagt Joanna Hengstenberg vom Mitteldeutschen Verlag Halle. Die Präsentation in der Nachbarstadt ist ein Muss. "Wir wollen mit der Gestaltung des Standes auch wieder besonders auf uns aufmerksam machen", sagt sie und verrät, dass erneut mit tausenden Bleistiften die Bücher präsentiert werden. Allerdings anders als im letzten Jahr. Das beauftragte Designer-Duo habe sich eine neue Überraschung ausgedacht.

Insgesamt werden 2150 Aussteller aus 35 Ländern auf der Messe erwartet. Im Jahr zuvor waren es noch 2071 aus 38 Ländern. Auch die Ausstellungsfläche hat sich um 2000 Quadratmeter auf jetzt 67 000 Quadratmeter erhöht. "Besonders bei den jungen unabhängigen Verlagen ist erneut eine starke Beteiligung zu verzeichnen", sagte Messe-Pressereferentin Nancy Pfaff. Man rechne wieder mit mehr als 100 000 lesebegeisterten Besuchern.