Bilanz nach fünf Jahren ? Der Maler und Grafiker Mario Lobedan stellt sich mit einer Personalausstellung in der Magdeburger Galerie " Himmelreich " vor. 2006 verließ er Leipzig und wechselte mit seinem Lebensmittelpunkt in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Damals bekam er gleich eine erste Chance, sich im Forum Gestaltung zu präsentieren. Nun eine nächste Werkschau. Bis zum 30. April erwartet sie Neugierige.

Magdeburg. Der gebürtige Bitterfelder, Jahrgang 1961, hatte zwischen 1989 und 1994 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert. Der Bibliothekswissenschaftler fühlte sich zwischen der Literatur als Aufgabenfeld nicht wohl. Deshalb zur Wendezeit ein Neubeginn.

Das zweite Studium – längst keine besondere Entscheidung, wenn sich Lebensplanungen ändern – brachte Erfüllung, akademischen Lehrbetrieb, aber auch die Suche nach dem eigenen Weg. Eine ganze Gesellschaft war im Umbruch, Lobedan nutzte Chancen und eigene Energie, sich seinen Weg zu suchen, mit ursprünglicher Formensprache, die mehr auf Farbeindrücke als auf das Figürliche setzt.

Mit dem Umzug nach Magdeburg vollzog Mario Lobedan keinen Bruch, er suchte Veränderung. Sein wechselvolles Leben mag dafür verantwortlich sein, dass er unvoreingenommen an die Elbe kam. Eines der Ateliers in den Tessenow-Garagen wurde zum idealen künstlerischen Umfeld. Schließlich verlangen seine Arbeiten auch nach Raum. Zum einen wegen der Größe der Leinwände, aber auch weil Lobedan durchaus längere Zeitabschnitte braucht – bis ein Projekt, vielleicht trifft diese Beschreibung den Schaffensprozess recht gut – in seinen Augen vollendet ist.

Er braucht Eindrücke, Erfahrungen, frische Ideen, die er weniger an der Leinwand als in der Natur findet. Titellos geben sich die fertigen Stücke. Sie erinnern eher an szenische Sequenzen als an Abbildungen von Gesehenem. Ihr Leben entspringt einer sprachgewaltigen Farbigkeit, nie schrill, eher etwas dezent. Da verschmelzen Flächen ineinander, erhalten Hinzufügungen, mal eher zart, dann wieder mit großflächigem Werkzeug. Dünn, fast vorsichtig kommt eine Schicht zur anderen, es wird verändert, übermalt, immer auf der Suche nach Gefühlen, Empfindungen und der eigenen Sehnsucht. Emotionale Malerei scheint der passende Begriff für dieses Herangehen zu sein. Lobedan will keine Einordnung in eine klassische Richtung, möchte sich nicht in ein Schema pressen lassen.