Klietz l Mit sechs Ja- und vier Nein-Stimmen hat der Gemeinderat den Beschluss gefasst, das Projekt anzuschieben. Der Fördermittelantrag über Leader ist bereits gestellt: Über die Sportstättenförderung und die Stark-III-plus für den energetischen Anteil sollen 290 000 Euro zusammenkommen, die restlichen 160 000 Euro für das 450 000-Euro-Projekt muss die Gemeinde aufbringen. Dafür ist die Aufnahme eines Kredites nötig – trotz der Haushaltskonsolidierung hat die Kommunalaufsicht bereits ihre Zustimmung zur Kreditaufnahme signalisiert.

Mit dem Geld soll die im Jahr 2010 begonnene Sanierung der Turnhalle vollendet werden. Damals hatte das Geld nur für die Sanitäranlagen des Bereiches für die Jungen gereicht. Seitdem erlaubte die Finanzlage der Gemeinde nicht, das Projekt fortzusetzen. Nun sollen also die Umkleide- und Sanitärbereiche der Mädchen modernisiert werden. Dämmung von Fußboden und Decke, moderne Heizung, neues Lichtband, neue Außentüren und teilweise Öffnung der Hallenwände innerhalb des Gebäudes, so dass Platz für die Zuschauer bei Turnieren ist.

SV Preußen droht mit Auflösung

Das Projekt findet nicht bei allen Ratsmitgliedern Zustimmung. Zu teuer! „Die Summe erscheint uns einfach zu hoch“, sagte Helmut Lemme aus Neuermark-Lübars. „Müssen wir so viel Geld investieren? Es würde doch auch reichen, die Sanitäranlagen zu erneuern.“ Es gebe genug andere „Baustellen“ in der Gemeinde. Beispielsweise hatten die Scharlibber darum gebeten, das Material für den Einbau von Toiletten am Feuerwehrgerätehaus zu bekommen. Klaus Liebsch, Vorsitzender des SV Preußen, setzte noch einen drauf: „Wenn die Modernisierung so umgesetzt wird und der Kraftraum wegfällt und auch kein Platz mehr für die Judo-Matten ist, dann löst sich der Verein Preußen auf.“ Das bekräftigte er nach der Ratssitzung noch einmal am Volksstimme-Telefon. „Wir haben mit dem Mühlenturnier sowie der Kreis-, Kinder- und Jugendolympiade im Judo und im Kraftsport noch drei Veranstaltungen im ersten Halbjahr, zum 30. Juni lösen wir uns dann auf.“

Bürgermeister Hermann Paschke nannte das auf der Ratssitzung „Erpressung“. Zumal die Gründe für die angekündigte Auflösung gar nicht nachvollziehbar sind. Für den Kraftsportraum, der an dieser Stelle ohnehin nicht angebracht sei, würde man eine andere Lösung finden – entweder innerhalb der Halle oder auch an einem anderen Standort, beispielsweise in der leerstehenden Förderschule. Und die Matten können auch in der Halle bleiben. Das wurde vor dem Beschluss noch einmal bekräftigt. Klaus Liebsch bleibt dabei: Dann lösen wir uns auf! Seit über 60 Jahren gibt es den Verein, in dem aktuell rund 50 Mitglieder aktiv sind.

Mit dem wenn auch knappen Beschluss ist der Plan abgesegnet. Sobald die Fördermittelzusage erfolgt, geht es los.