Warnau l Das Hengstmann-Trio aus Magdeburg ist in der Region vor allem für sein politisch-satirisches Kabarett bekannt. Doch Tobias Hengstmann kann auch anders, wie er in der proppevollen Warnauer Fischerstube mit seinem Solodebüt bei „Fisches Nachtgesang“ bewies. Dieser findet immer am Mittwoch nach dem Vollmond statt – und der Programmtitel „Selfie mit Buzz Aldrin“ hatte sogar mit dem Erdtrabanten zu tun. Doch dazu am Ende.

Auf den Tischen lagen Zettel mit seiner Handynummer, wer wollte, durfte beim Programm Anregungen und Kritiken schicken. An Themen mangelte es dem Kabarettisten nicht. So bekamen die Gäste eine Trauerrede voller schwarzem Humor zu hören („wir können endlich Abschied nehmen“), der Ball mit der Asche landete zum Schluss im Klärgraben.

Auch die Konfliktfähigkeit wurede gestreift: Wie verhält sich Mann, wenn ihm die Fangfrage „Schatz habe ich zugenommen?“ gestellt wird. „Warte Schatz, ich komme rum“ lautete seine Antwort. Mit auf den Weg gab er den Gästen auch die Weisheit, dass Kinder, Betrunkene und Leggins die Wahrheit sagen.

Mit seinem Drucker hatte er Ärger, laufend musste er Patronen wechseln. Drucker sind wie Katzen, man sitzt als Sklave vor ihnen. Wenn Katzen einem die Hand lecken, sei das keineswegs Zuneigung – sie schmecken, ob man noch gut ist.

Die Politik wurde aber nicht komplett ausgespart. Berichtet wurde über einen bürgernahen Nachmittag mit der Kanzlerin. Oder über den NSU, auch „Zwickauer Terrorzelle“ genannt: Früher hieß diese Trabi...

Im zweistündigen Programm erfuhren die Zuschauer manches Neues. So ist ein Poetry Slam eine Art Vorlesewettbewerb nach Zeit – hierbei berichtete Tobias Hengstmann über „Zurück in die Zukunft“. Ein Selfie ist ein Selbstbildnis mit dem Handy. Ein solches habe er von sich und einem Briefträger namens Buzz Aldrin angefertigt, berichtete der Kabarettist. Buzz Aldrin war der zweite Mensch, der den Mond betreten hatte und ist im Gegensatz zu Neil Armstrong weitgehend unbekannt.