Magdeburg l Er ist bestens vernetzt, komplett autark und kostet rund eine Million Euro: der Einsatzleitwagen der Magdeburger Feuerwehr. Und er ist in Sachsen-Anhalt noch einmalig, die Stadt Halle plant, ein ähnliches Fahrzeug anzuschaffen.

Der Lkw ist vollgestopft mit moderner Kommunikationstechnik. Für Funksprechverbindungen steht ein analoges wie auch digitales System zur Verfügung. Telefon-, Fax- und Internetverbindungen können über das Fest- und Mobilnetz sowie über Weltraum-Satellitensysteme hergestellt werden. Eine externe Stromversorgung braucht die mobile Leitzentrale nicht, für den Ernstfall ist ein Notstromaggregat mit an Bord. Das Fahrzeug ist auch mit Besprechungs- und Unterkunftszelten, Zeltheizungen, Feldbetten und Schlafsäcken ausgerüstet.

Mobiler Stützpunkt

Im Inneren des Lkw stehen zwölf Arbeitsplätze für einen Leitungsstab zur Verfügung, denn von diesem mobilen Stützpunkt aus sollen Großeinsätze koordiniert werden. Es gibt einen Stabs- und einen extra Fernmelderaum, denn der Lkw-Aufleger kann seitlich verbreitert werden. An den Arbeitsplätze sitzen dann die Einsatzleiter und Fernmelder der Magdeburger Feuerwehr. Sie wurden am „Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge“ und an der „Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz“ speziell für ihre Aufgaben in der mobilen Einsatzzentrale geschult.

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Aber nicht nur Katastrophen sind „das Geschäft“ des Magdeburger Leitwagens. Bei den jüngsten Sachsen-Anhalt-Tagen war das Fahrzeug mit im Einsatz, und in der kommenden Woche wird es in Wittenberg stehen und auf dem Evangelischen Kirchentag die Einsätze von Feuerwehr, Rettungs- und Sanitätsdienst, Technischem Hilfswerk und der Bundeswehr unterstützen und koordinieren. Am Dienstag und Donnerstag trafen sich die Einsatzleiter der Magdeburger Feuerwehr mit ihren Kollegen aus Wittenberg, um die Abläufe und die Arbeit im Leitfahrzeug zu üben. Immerhin gilt es, auf dem Kirchentag, zu dem rund 300 000 Besucher erwartet werden, die Einsätze von rund 1500 Kräften zu steuern. 35 Magdeburger Feuerwehrleute werden diesen Job auf dem Kirchentag übernehmen.

Das Fahrzeug ist vor allem auch ein fester Bestandteil der Magdeburger Hochwasserkonzeption. „Es ist dann eines von drei zu bildenden technischen Einsatzleitungen“, sagt Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra.

Beim Hochwasser erst gebaut

Beim Jahrhundert-Hochwasser 2013 stand der Einsatzleitwagen noch nicht zur Verfügung. Der Grund: Er wurde zu dem Zeitpunkt gerade gebaut. Bezahlt hat ihn damals das Land Sachsen-Anhalt. Zu dem Zeitpunkt hat er rund 800.000 Euro gekostet, heute müsste dafür rund eine Million Euro ausgegeben werden, erklärt Kerstin Kinszorra.