Eilsleben l Nachdem der Wahlausschuss am Montagnachmittag alle Unterlagen überprüft hatte, ist der Wahlbeteiligungswert sogar noch mal leicht nach unten gerutscht – von 15,16 auf 15,12 Prozent. Vier der per Briefwahl eingereichten Stimmen seien nicht anerkannt worden, weil der Wahlscheinnachweis fehlte, erklärte Wahlleiterin Bärbel Kuch auf Nachfrage. Somit haben im amtlichen Endergebnis nur 1883 der 12 450 Wahlberechtigten an der Wahl teilgenommen. An den laut vorläufigem Ergebnis festgestellten 1813 gültigen Stimmen für Frank Frenkel (parteilos) hat sich nichts mehr geändert.

„Wahlsieger“ Frenkel nahm das Ergebnis mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis: „Das ist schon ein Stück weit ernüchternd, aber es war eben auch keine Wahl vorhanden. Vielleicht hat mein eigenes Vorpreschen auch suggeriert, man müsse da nicht mehr hingehen. Aber ich bin da ehrlich, ich hätte mir doch mehr Beteiligung gewünscht – 18 Prozent plus x, im besten Fall sogar über die 20-Prozent-Marke. Ich nehme es jetzt, wie es ist und packe die nächsten sieben Jahre an. Der Aufgabenbereich in diesem Amt ist so vielfältig und spannend, dass ich weiterhin mit Lust und Ernsthaftigkeit dabei bin.“

Allein mit dem Mangel an Kandidaten scheint sich die Wahlmüdigkeit in der Oberen Aller nicht zu erklären. So fanden in Sachsen-Anhalt jüngst noch zwei weitere Verbandsgemeindebürgermeisterwahlen mit nur einem Amtsbewerber statt. In der Verbandsgemeinde Wetheutal (Burgenlandkreis) lag die Beteiligung am 25. September mit rund 29 Prozent signifikant höher als in der Oberen Aller. Und auch im Vergleich mit der Verbandsgemeinde Elbe Heide (Landkreis Börde), wo sich am 4. September lediglich 17,5 Prozent der Wähler für die Stimmabgabe erwärmen konnten, unterliegt die Obere Aller noch mit ihren 15,1 Prozentpunkten.

In der Einzelbetrachtung fallen teils deutliche Schwankungen zwischen den Wahlbezirken auf. So hat im einwohnerreichen Hötensleben, nach Eilsleben zweitgrößter Wahlbereich, nicht einmal jeder zehnte Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben (9,88 Prozent), in Frank Frenkels Heimatort Marienborn dagegen mehr als jeder dritte (35,49 Prozent). Auffallend dazu die abfallenden Beteiligungen im Marienborner Gemeindeverbund mit Sommersdorf (13,3 Prozent) und Sommerschenburg (12,7 Prozent), die wiederum unterdurchschnittlich ausfielen.

„Trotzdem danke ich natürlich allen, die mir ihre Stimme gegeben haben sowie auch den Wahlhelfern, die ihre Freizeit dafür geopfert haben, dass diese Wahl ordnungsgemäß durchgeführt werden konnte“, so Frank Frenkel. Im Januar wird der 54-Jährige seine zweite Amtszeit antreten. Vorrangige Projekte in naher Zukunft für die Verbandsgemeinde seien die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in den Kindertagesstätten Wefensleben und Hötensleben, die endgültig unter Dach und Fach gebracht werden sollen, die Sanierung der Schulsporthalle in Hötensleben und die Klärung der Standortfrage um das neue Feuerwehrgerätehaus in Eilsleben.

Frenkel hat zudem angekündigt, das Verwaltungsamt in Eilsleben umzustrukturieren, indem die „starre Ämteraufteilung aufgeweicht“ und in dann zwei Fachbereichen mit untergliederten Fachdiensten neu geordnet werde.