Stendal l Man kennt sie aus Filmen zum Beispiel über die Landung der alliierten Truppen am D-Day in der Normandie. Zu Tausenden hingen sie halbkugelförmig am Himmel über der französischen Atlantikküste – die Rundkappen der Fallschirmjäger.

Selten zu sehen

Jene Fallschirme werden heute nur noch selten vom Militär verwendet. Es sei denn, man ist Mitglied der Internationalen Interessengemeinschaft Fallschirmjäger und kann von dieser Art des Adrenalin-Kicks zwischen Himmel und Erde nicht lassen – nur aus Spaß daran.

So wie Marco Wolff. Der Harslebener, ehemaliger Fallschirmjäger, sorgte zum zweiten Mal dafür, dass Männer wie er vom Himmel über Stendal auf das Grün des Borsteler Flugplatzes schwebten, von dem aus sie den ganzen Karfreitag über auch gestartet waren. Wolff und der Fallschirmsportverein Zerbst hatten europaweit Gleichgesinnte aus ihrer Interessengemeinschaft nach Stendal eingeladen und sie kamen gern.

Rundkappenspringen in Stendal

Stendal (ge) l Der Anblick erinnert ein wenig an die Landung der alliierten Truppen am D-Day in der Normandie: In Stendal sind jetzt sind die Rundkappenspringer der Internationalen Interessensgemeinschaft der Fallschirmjäger gelandet.

  • Die Teilnehmer aus Schweden warten auf ihren Einsatz. Sie sind zum ersten Mal in Stendal dabei. Foto: Gerhard Draschowski

    Die Teilnehmer aus Schweden warten auf ihren Einsatz. Sie sind zum ersten Mal in Stendal dabei. F...

  • Vor jedem Sprung wird die Ausrüstung akribisch geprüft. Foto: Gerhard Draschowski

    Vor jedem Sprung wird die Ausrüstung akribisch geprüft. Foto: Gerhard Draschowski

  • Jens Klauwidtky und Claus-Dieter Haasler beim Aufilzen der Leinen. Ihr Arbeit ist eine Lebensversicherung für die Springer. Foto: Gerhard Draschowski

    Jens Klauwidtky und Claus-Dieter Haasler beim Aufilzen der Leinen. Ihr Arbeit ist eine Lebensvers...

  • Zwölf Fallschirmjäger füllen den

    Zwölf Fallschirmjäger füllen den "Bauch" der AN 2 bei jedem Abheben. Foto: Gerhard...

  • Pilot Steven Semisch reckt den Daumen nach oben. Heißt: Ich bin startklar. Foto: Gerhard Draschowski

    Pilot Steven Semisch reckt den Daumen nach oben. Heißt: Ich bin startklar. Foto: Gerhard Dra...

  • Die ersten haben ihren wagemutigen Sprung gewagt. Foto: Gerhard Draschowski

    Die ersten haben ihren wagemutigen Sprung gewagt. Foto: Gerhard Draschowski

  • Nach der Landung fasst der Wind die Rundkappe. Der Springer muss sie umlaufen, um die Kappe zum Zusammenfallen zu bringen. Foto: Gerhard Draschowski

    Nach der Landung fasst der Wind die Rundkappe. Der Springer muss sie umlaufen, um die Kappe zum Z...

40 Springer aus sechs Ländern

Warum? Wolff: „Einmal wegen der Historie des Stendaler Flugplatzes und dann, weil wir im vergangenen Jahr hier so toll aufgenommen wurden, gute Bedingungen vorfanden. Hier passte einfach alles.“ Was in diesem Jahr übrigens nicht anders war, wie Marco Wolff gestern am Telefon versicherte. Ein Dankeschön auch im Namen seiner rund 40 Kameraden, die aus ganz Deutschland, Schweden, Großbritannien, Irland, der Schweiz und Polen gekommen waren, an Matthias Jahn von der Flugpaltzgesellschaft Stendal-Borstel.

Am Mittwoch vergangener Woche trafen die ersten von ihnen hier ein, bereiteten die Springen vor, die dann wetterbedingt nur am einem Tag stattfinden konnten. Auf 800 und 1500 Meter Höhe schraubte sich die AN2, eine einmotorige Propellermaschine, und setzte die Rundkappenspringer, unter die sie auch einige Flächenfallschirmspringer gemischt hatten, ab.

Wer dieses Schauspiel am Himmel über Stendal verpasste, wird sich bis zum Juni 2018 gedulden müssen. Dann kommen die Rundkappenspringer wieder, und dann für ein Camp, das eine ganze Woche dauern soll.