Stendal l In den 90er Jahren hatte es schon einmal ein Ladenzeilenfest in der Adolph-Menzel-Straße gegeben. Initiatoren waren damals das Stadtteilbüro und die Kunstplatte. Aus dem Ladenzeilenfest wurde das Stadtseefest. Letzteres gibt es immer noch, Ersteres gibt es seit Mittwoch wieder.

Verschiedene Festinitiatoren

Zur Interkulturellen Woche gehört auch stets eine Begegnungsveranstaltung in der Mitte der Reihe. Im vergangenen Jahr fand die in der Breiten Straße statt. Doch die war nicht der richtige Ort für das Ziel. „Wenn man Begegnungen und Austausch zwischen verschiedenen Kulturen will, dann muss man doch hierher gehen, nach Stadtsee“, sagte Jeanette Merten vom Verein Kinderstärken. Der gehört über das Stadtteilbüro wie die Integrationskoordination des Landkreises zu den Initiatoren. Sie war zufrieden mit der Resonanz, ebenso wie Bernd Zürcher, Vorsitzender der Kunstplatte, die auch wieder mit im Boot ist.

In deren Räumen gab es auch ein Angebot, das symbolisch für den Gedanken des Festes stehen könnte: ein Märchenzelt. Syrische und afghanische Kinder und Jugendliche lasen dort Märchen vor – auf Arabisch oder Persisch und Deutsch. Und dafür gab es kräftigen Applaus – von den Landsleuten ebenso wie von den deutschen Zuhörern.

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Verschiedene Vereine nutzten die Gelegenheit, sich vorzustellen, so auch das Projekt Anker von Jule Seyer und André Birkholz. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, günstige Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Für den guten Zweck wurden Waffeln, Kuchen und Saft verkauft. Nichts zu kaufen, aber zu gewinnen gab es bei den zahlreichen Spielen, die Lothar Zahn von der Schmiede in Polkau aufgebaut hatte. Das Besondere daran: „Sie sind selbstgebaut, funktionieren ohne Strom und sind analog“, sagte der Leiter der Einrichtung, die seit 24 Jahren in der offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, „und das ganz ohne Fördermittel“, wie Zahn betonte. So wurden Bälle versenkt, Ringe und Hufeisen geworfen, Fäden gezogen, Enten geangelt.

Informationen gab es auch an zahlreichen Ständen. So stellte das Institut für Berufliche Bildung das vom Jobcenter geförderte Projekt „Löwe“, Lösungswege zum Wiedereinstieg ins Berufsleben, vor. Das Theater der Altmark war mit seinem Kunstkoffer auf dem Fest vertreten und es gab ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, unter anderem mit einem kleinen Theaterstück – und wiederum eine Begegnung der Kulturen, denn auch dort standen Stendaler aus vielen Ländern auf der Bühne.